Halle - ... und Holland ist wieder nicht dabei ! Dieser Satz verfolgt SCM-Handballer Fabian van Olphen schon, so lange er denken kann. Die Häme gegenüber dem elfmeter-schwächelnden Nachbarland, die gewöhnlich deutschen Fußballfans mit Genuss über die Lippen kommt, trifft auch bei dieser WM zu. Die Farbe Orange fehlt 2007 ( noch ) auf der Weltkarte des Handballs !

" Bei uns zu Hause ist Handball überhaupt nicht populär, die Leute gehen zum Fußball, schauen Tennis oder Hockey im Fernsehen. Wir haben noch nie groß was gerissen, immer sind wir in der Qualifikation zu den Meisterschaften gescheitert. Meistens kläglich ", bedauerte der zu Beginn der Saison vom TuS Lübbecke gekommene Rückraumspieler bislang, dass er im Herzen Europas geboren wurde und nicht in Australien : " Holland liegt einfach auf dem falschen Kontinent. In Europa gibt es zu viele starke Mannschaften. Da haben es die Australier besser, die machen einen Spaziergang zur WM, und wir müssen gegen Windmühlen kämpfen. "

Doch das Trauerspiel kann mit ein bisschen Glück doch noch ein glückliches Ende finden. Mit Hilfe von van Olphen hat Holland am Sonntag Handball-Geschichte geschrieben. Denn während man derzeit in Deutschland dem Titel nachjagt, bestritten die " Kleinen " am Wochenende die entscheidenden Qualifikations-Spiele für die Playoffs zur EM 2008 in Norwegen. Und da sind die Niederlande dabei.

Mit einem 33 : 33 gegen Montenegro wurde diese Teilnahme auf dem letzten Drücker perfekt gemacht. Und der vor allem in der Deckung eingesetzte Rechtshänder steuerte mit zwei Toren seinen ganz persönlichen Anteil zum bisher größten internationalen Erfolg eines holländischen Nationalteams bei.

" Wahnsinn, einen Punkt haben wir gebraucht, um weiterzukommen, und den haben wir tatsächlich geholt ", freute sich der nunmehr 71-fache Nationalspieler, der aus Verletzungsgründen und mit Weitsicht die vorangegangenen fünf Begegnungen gegen Italien und Bosnien und das Hinspiel in Montenegro schweren Herzens abgesagt hatte. " Aber der SCM war mir ehrlich gesagt wichtiger, mit diesem Verein habe ich die Chance, einen Titel zu gewinnen. Ich musste erstmal meine Schulterverletzung richtig auskurieren und in Ruhe den Grundstein für eine erfolgreiche Rückrunde legen. "

Nach getaner Arbeit und ruhigen Gewissens kann der 25-J ährige nun den Rest der WM in Deutschland vor dem Bildschirm genießen. Und er fi ebert natürlich besonders mit dem Gastgeber und seinen Kumpels Johannes Bitter und Oliver Roggisch mit : " Ich war schon bei der Fußball-WM der einzige Holländer, der beim Spiel gegen Argentinien den Deutschen die Daumen gedrückt hat. Aber wenn man vier Jahre hier lebt und sein Geld verdient, ist das, denke ich, nicht unnormal. Ich hoffe, dass, Jogi ‘ und, Oli ‘ mit einer Medaille nach Hause kommen. Dann haben wir zwei Gründe, die Kuh fliegen zu lassen. "