Halle / Westfalen - Gestern stand im kleinen Slowenien für gut zwei Stunden die Zeit still. Die Straßen in der Hauptstadt Ljublijana und anderswo waren wie leergefegt. Bis auf die wenigen, die die Pflicht rief, saß die Zwei-Millionen-Einwohner-Gemeinde geschlossen vor dem Fernseher und drückte ihrem Team gegen Deutschland die Daumen drückten. Vergeblich !

" Der zweite Platz bei der EM 2004 im eigenen Land hat den Handball zur Sportart Nummer eins in meiner Heimat gemacht, aber dadurch sind natürlich auch die Erwartungen groß ", weiß der in der Liga beim HSV Hamburg spielende Roman Pungartnik um die Bedeutung eines guten Abschneidens bei der WM und den wachsenen Druck auf seine ehemaligen slowenischen Nationalmannschaftkollegen.

Doch auch viele Handball-Insider aus Magdeburg, allen voran SCM-Manager Bernd-Uwe Hildebrandt, hatten gestern zwei slowenische Spieler besonders auf dem " Kieker ". Zum einen stand Gorazd Skof im Blickpunkt. Der 29-jährige Keeper von Celje Lasko, der in der 20. Minute aus- und in der 41. Minute eingewechselt wurde, wird beim SCM in der neuen Saison die Nachfolge von Johannes Bitter antreten. " Auch wenn Skof nicht seinen besten Tag hatte, davor die Spiele hat er toll gehalten. Er ist ein Guter, sonst hätte ich ihn nicht geholt ", so Hildebrandt, der sich die Partie gestern im Fernsehen angeschaut hat.

Nich viel ergiebiger war der Erkenntnisgewinn für den Manager beim Auftritt von Jure Natek, der ebenfalls in Celje sein Brot verdient und auf der erweiterten Kandidatenliste für die SCMAchillesferse rechter Rückraum steht. Der 24-jährige Linkshänder, der leicht angeschlagen ins Turnier ging, in den ersten Vorrundenspielen noch geschont wurde und im " Endspiel " gegen Tunesien mit acht Treffern bester Schütze war, blieb gestern torlos. Hildebrandt vielsagend : " Das ist und bleibt ein sehr, sehr interessanter Mann. "