Mannheim - Die Handball-Bosse haben der Weltmeisterschaft in Deutschland ein hervorragendes Zwischenzeugnis ausgestellt. " Unsere ganze Delegation ist hochzufrieden mit dem Verlauf ", erklärte der Präsident des Weltverbandes ( IHF ), Hassan Mustafa, zur Halbzeit der WM.

Noch überschwänglicher als der Ägypter bewertete der Präsident des DHB, Ulrich Strombach, die erste Hälfte des Turniers : " Unsere Erwartungen haben sich voll erfüllt. Wir haben das erreicht, was wir wollten. Es ist die größte Handball-WM aller Zeiten – und das in jeder Hinsicht. "

Für beide Funktionäre war vor allem der gute Besucherzuspruch der überragende Aspekt der bisherigen Titelkämpfe. " Die Zuschauer kommen auch in die Hallen, in denen die Gastgeber nicht spielen. Das ist fantastisch, so etwas gibt es nur in Deutschland ", meinte Mustafa.

Organisations-Chef Strombach ging dieses Lob runter wie Öl. " Wir haben ja vorausgesetzt, dass die deutschen Spiele ausverkauft sein werden. Richtig stolz macht uns aber, dass die Leute auch in die anderen Hallen gekommen sind ", meinte der DHB-Boss und verwies auf volle Hallen in den meisten Vorrunden-Spielorten.

Überaus zufrieden war Strombach auch mit den bisherigen TV-Einschaltquoten bei den Spielen der Deutschen : " Sie lagen immer über 20 Prozent, das lässt für die Finalrunde auf noch mehr hoffen. " Gute Nachrichten verbreitete auch Mustafa, der Gerüchte über einen möglichen Dopingfall bei der WM zurückwies : " Diese Berichte kann ich nicht verstehen. Ich kann sagen, dass wir bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht einen Dopingfall haben. Bis jetzt ist alles absolut sauber. "

Bei aller Euphorie gaben sich die Präsidenten bei kritischen Punkten dann aber doch äußerst dünnhäutig. " Das ist nicht das Thema bei dieser WM ", meinte Mustafa zunächst kurz angebunden zu der zuletzt von europäischen Klubchefs aufgeworfenen Frage, ob die WM nicht besser im Vierjahres-Rhythmus anstatt alle zwei Jahre ausgetragen werden sollte und ob eine Verlegung ans Saisonende der Ligen nicht sinnvoller wäre, um eine Überbeanspruchung der Spieler zu vermeiden.

" Es ist nicht gut, diese Sau jetzt während der WM wieder durch das Dorf zu jagen. Das ist doch ein Dauerthema. Darüber müssen alle im Handball beraten. Es kann nicht sein, dass einige immer weniger Belastung fordern, aber dies natürlich nur bei den anderen wollen und nicht bei sich selbst. Die Entscheidungen trifft die IHF, und bei den 160 Verbänden hat Europa bei weitem nicht die Mehrheit ", sagte Strombach.

Die Ausführungen des DHBPräsidenten riefen Mustafa auf den Plan, der dann doch noch eine Meinung zu dem Thema parat hatte : " Wir müssen den Handball weltweit entwickeln und nicht nur an Europa denken. Dort ist der Handball stark. Aber wir müssen auch an Asien, Afrika, Amerika denken und eine Balance fi nden. "