Es gibt Spiele, die sind eigentlich nicht der Rede wert. Das saft-, kraft- und ideenlose 24:35 (11:17) des SC Magdeburg gegen die Rhein-Neckar Löwen gehört in diese Kategorie. Das Beste also wäre es, den Mantel des Schweigens darüber zu decken, zumal morgen schon in der Bördelandhalle (20.15 Uhr) das Duell gegen den VfL Gummersbach ansteht. Nicht wegzudiskutieren ist dagegen das offensichtliche Zerwürfnis zwischen Interimscoach Sven Liesegang und Co-Trainer Oleg Kuleschow.

Magdeburg. Für viele kam es überraschend, dass am Sonntag der Platz von Oleg Kuleschow auf der Bank leer blieb. Noch bei der Auswärtspartie in Kassel gegen MT Melsungen stand der einstige Weltklasse-Regisseur engagiert an der Seitenlinie, redete auf die Spieler ein und übernahm bei den Auszeiten das Wort. Was hat in den Tagen danach dazu geführt, dass das Tischtuch zwischen dem 36-jährigen Champions-League-Sieger und Liesegang offenbar zerschnitten ist?

Zunächst wollten sich weder Kuleschow noch die Spieler noch Geschäftsführer Steffen Stiebler zu den Vorgängen äußern. "Wir haben uns darauf geeinigt, dass das Thema mannschaftsintern bleibt und sich nur Trainer Sven Liesegang dazu äußern wird, wenn er das will", hielt sich Stiebler bedeckt.

Liesegang selbst brachte dann zumindest etwas Licht ins Dunkel: "Es gibt im Sport Regeln und Hierarchien, die es einzuhalten gilt. Oleg und ich hatten einfach zu verschiedene Ansichten darüber, wie eine Mannschaft zu führen ist. Sicher, man kann anderer Meinung sein, aber letztendlich bin ich der Trainer, ich habe das Sagen, denn ich stehe auch in der Verantwortung gegenüber dem Verein und den Medien." Am Freitag beim Training sei die Sache schließlich eskaliert. "Es ging nicht mehr, ich musste die Reißleine ziehen", führt der 40-jährige "Chefcoach" Gründe dafür an, warum er bei Stiebler vorstellig wurde.

Dieser erklärte gestern auf Volksstimme-Anfrage: "Ich habe mir beide Versionen der Geschichte angehört und konnte dann zum Wohle der Mannschaft nur so entscheiden, wie ich es getan haben: Oleg Kuleschow ist mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Co-Trainer freigestellt."

Ob Liesegang damit auch im Rennen um den vom zukünftigen Trainer Frank Carstens neu zu besetzenden Co-Trainer-Posten die Nase vorn hat und der spielintelligente Kuleschow nach seinem Abgang außen vor ist, bleibt abzuwarten. Aber, wenn zwei sich streiten, freut sich möglicherweise sogar ein dritter ...