Magdeburg l Michael Damgaard wirkt im normalen Leben oft ein wenig verträumt. Manche würden es auch unausgeschlafen nennen. Und dem Vernehmen nach ist der Däne auch tatsächlich das „Murmeltier“ unter den SCM-Spielern. Einer, der viel Schlaf braucht und praktiziert. Auf dem Spielfeld ist genau das Gegenteil der Fall. Da mutiert der Rückraumshooter zum „Perpetuum mobile“ des SCM, er ist hellwach, stets in Bewegung und auf Torejagd.

„Ich schaue immer nach vorne und ich will immer mehr“, begründet der Mann, der seit Sommer 2015 beim SCM die Königsposition bekleidet, seinen Vorwärtsdrang. Auch wenn dieser nicht immer von Erfolg gekrönt ist, wie anfangs beim Punktspiel am Ostersonntag in Hannover (28:23), lässt sich der Olympiasieger niemals entmutigen. Er geht weiter voran, versucht es immer wieder – und am Ende stehen dann doch hinter seinem Namen wieder sechs Tore. Damit war Damgaard neben Robert Weber, der achtmal traf und damit seine Position als Nummer eins der Liga-Torschützen untermauerte (163 Treffer), zweitbester Werfer.

Auf seine Wurfeffektivität, die in Hannover bei sechs Toren in 13 Versuchen bei 46 Prozent lag, möchte der 27-Jährige nicht so gerne angesprochen werden. Nicht auszudenken, wie das „Danish Dynamite“ durch die Decke gehen würde, wenn diese Reserven („Es geht immer besser, auch bei mir.“) erschlossen werden ... Als Gegenargument bringt Damgaard gegebenenfalls seine Assists. Und diese Statistik gibt ihm recht: Mit 68 finalen Pässen ist er beim SCM der Leader. Damit stellt er sogar beide Spielmacher (Marko Bezjak/53 Assists; Christian O‘Sullivan 51) in den Schatten.

Doch auf Kommentare zur eigenen Leistung lässt sich „Mika atemlos“ ohnehin nicht groß ein. Und so hob er nach dem „Arbeitssieg, mit zu vielen Fehlern im Angriff“ in Hannover vielmehr die „mannschaftliche Leistung“ hervor: „Jeder, der reingekommen ist, hat seinen Job gut gemacht“, erklärte er und hatte dabei vor allem die „gute Ergänzung“ von Jacob Bagersted (4 Tore) und dem in der TUI-Arena nach längerer Verletzungspause erstmals wieder zum Einsatz gekommenen Zeljko Musa im Auge.

Fest im Auge hat die „Raupe Nimmersatt“ aber auch die Konkurrenz. Damgaard: „Und nach 17  Spielen ohne Niederlage will ich mehr und schaue nur nach oben in der Tabelle. Das Wichtigste ist zunächst einmal ein Sieg gegen Stuttgart.“ Der Grund: „Ich habe die Füchse im Visier, und sogar den THW Kiel auf Platz drei. Klar, vier Punkte Rückstand bzw. fünf, das wird schwer aufzuholen. Aber warum nicht? Ich denke, man muss Ziele haben, wenn man vorankommen will.“