Magdeburg l Neben dem dreimaligen Triumphator greifen auch die Liga-Rivalen Göppingen und Füchse Berlin sowie  St. Raphael (Frankreich) nach dem Silber-Pott. Die Volksstimme macht den Gegnercheck.

SCM-Trainer Bennet Wiegert stand mit Blick auf das Wochenende in der Göppinger EWS-Arena vor der schwierigen Aufgabe, sich und seine Mannschaft auf drei Gegner vorzubereiten, von denen „jeder das Final Four gewinnen kann“. Eine Einschätzung, die seine drei Trainerkollegen unisono teilten.

Dass der Fokus auf das zunächst zu wuppende Halbfinale gegen Göppingen lag (Sonnabend/15 Uhr/live MDR), versteht sich von selbst. Zudem galt es am gestrigen Donnerstag, eine Schrecksekunde zu verkraften: Nemanja Zelenovic knickte im Abschlusstraining mit dem Fuß um. Ob der Linkshänder, bereits durch einen Nasenbeinbruch gehandicapt, spielen kann, entscheidet sich kurzfristig.

Frisch Auf Göppingen:

Der zwölfte Rang in der Bundesliga spiegelt nicht die wahre Leistungsfähigkeit der mit vielen Routiniers, aber ohne große Stars bestückten Mannschaft von Magnus Andersson wieder. Größtes Plus ist wohl der Heimvorteil – die Unterstützung durch den „8. Mann“ kann Wunder bewirken. Um am Ende als Triumphator hervorzugehen, müssen die Spieler zweimal innerhalb von gut 24 Stunden eine Top-Leistung abrufen und zudem in der Crunchtime über sich hinauswachsen können. Dass die Göppinger dazu in der Lage sind, wurde zuletzt beim Titelgewinn im Vorjahr in Nantes unter Beweis gestellt. „Alles ist drin“, meint auch Rückraumspieler Jens Schöngarth. Der Ex-Magdeburger (2016), der wegen einer Handverletzung genau wie Anton Halen (Oberschenkel) zuschauen muss, meint: „Der SCM ist deutlich stabiler als wir, sie haben gefühlt 95 Spiele am Stück gewonnen. Aber wir haben unsere Halle, müssen einen sehr guten Tag erwischen. Dann wird es ein Fifty-fifty-Spiel.“

Fazit: Göppingen ist ein Halbfinalgegner auf Augenhöhe, der vor allem Kampf, Herz und Leidenschaft in die Waagschale werfen wird, um den SCM in seinem Lauf (22 Spiele ohne Niederlage) aufzuhalten. Vergebens!

Saint-Raphael Var Handball:

Der französische Vizemeister, der Melsungen im Viertelfinale zweimal mehr oder weniger klar bezwingen konnte (30: 26, 31:23), will als erster Club Frankreichs den EHF-Cup gewinnen. Ihre Konkurrenzfähigkeit hat die Mannschaft um dem genialen wie torgefährlichen Spielmacher Daniel Sarmiento in der Gruppenphase beim souveränen 27:21-Heimsieg gegen die Füchse gezeigt. Trainer Joel de Silva glaubt: „Alles ist möglich!“

Fazit: St. Raphael bekommt im Halbfinale von den bissigen und titelhungrigen Füchsen Berlin klar die Grenzen aufgezeigt.

Füchse Berlin:

Der Cupgewinner 2015 trägt die Favoritenbürde. Mit Petar Nenadic hat sich aber der Star der Mannschaft verletzt. Der Torschützenkönig der Vorsaison will trotz Bänderriss im Fuß „unbedingt spielen“. Doch ohne den Leitwolf ist der Rückraum mit Fabian Wiede, Paul Drux, Steffen Fäth und Kent Robin Tönnesen excellent besetzt. Dazu kommt Keeper Silvio Heinevetter, der an guten Tagen den X-Faktor ausmachen kann.

Fazit: Finaleinzug sollte kein Problem sein, geht es dann gegen den SCM um den Pott, wird‘s eng. Bei dem offenen Schlagabtausch entscheidet die Tagesform.