Magdeburg l Vor dem Anpfiff trennten die Gäste satte 23 Punkte vom Gastgeber, so dass sich TVB-Trainer Markus Baur keinen Illusionen hingab: „Wir müssen ehrlich sein: Selbst wenn wir ein gutes Spiel machen sollten und Magdeburg auch, wird es für uns nicht reichen.“ Denn zu allem Unglück hatten die Stuttgarter auch noch Besetzungsprobleme. Der Rückraumrechte Felix Lobedank fiel mit Muskelfaserriss in der Wade aus. Auch die Einsätze von Spielmacher Michael Schweikardt (Hand) und Kreisläufer Simon Baumgarten (Rücken) standen auf der Kippe.

Anders sah die Konstellation beim SCM aus, der alles daransetzen wollte, um den ewigen Bundesliga-Vereinsrekord aus der Saison 2000/2001 (12 Punktspiele in Folge ohne Niederlage) an diesem Abend einzustellen: Die zuletzt angeschlagenen Nemanja Zelenovic, Jacob Bagersted und Zeljko Musa signalisierten alle grünes Licht.

Starker Keeper Bitter

Und doch spiegelte die erste Halbzeit nicht den erwarteten „Klassenunterschied“ wider. Denn nach der 4:2-Führung der Magdeburger (6. Minute) hielt der Underdog ordentlich dagegen. Mehr noch: Nach einem 3:0-Lauf, den Michael Kraus zum 5:4 vollendete, waren die Gäste sogar am Drücker (11.). Und Kraus kam danach erst richtig in Fahrt: Auch die TVB-Tore Nummer sechs, sieben und acht gingen zum Ärger der löchrigen SCM-Abwehr auf das Konto des wendigen Ex-Nationalspielers (8:7/19.). Zudem machte Keeper Jogi Bitter dem Magdeburger Angriff das Leben in dieser Phase schwer. Er vereitelte nicht nur einige hundertprozentige Gegenstoß-Tore des SCM, sondern zog auch Siebenmeterschütze Robert Weber zweimal den Zahn.

Nach Treffern von Mads Christiansen und Weber wendete sich das Blatt aber wieder zu einer 10:9-Führung (22.), dennoch sollte es bis zur Halbzeitpause eine ganz enge, ausgeglichene Kiste bleiben (14:14).

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte hatte es fast den Anschein, als wolle das Pferd nur so hoch springen, wie es musste. Doch das sollte sich erst einmal rächen: Stuttgart legte einen Blitzstart zum 16:14 hin (31.). Und es sollte eine Weile dauern, bis sich der SCM die Führung im wahrsten Sinne des Wortes zurückeroberte. In der 44. Minute war es endlich soweit: Weber traf in Überzahl ins leere Tor zum 21:20. Von den Rängen kam der Aufruf: „Vorwärts Magdeburger Jungs!“ Und dem kamen van Olphen & Co. nunmehr nach. Beim 26:23 (53.) lag der SCM erstmals drei Tore vorn – das war ein deutlicher Fingerzeig in Richtung Sieg.

 

Magdeburg: Green, Quenstedt - van Olphen, Bagersted, Grafenhorst 3, Christiansen 2, O‘Sullivan, Bezjak 1/1, Weber 4, Damgaard 12, Zelenovic 4/3, Musa 1, Lemke

Stuttgart: Jerkovic, Bitter - Schimmelbauer 2, Weiß 1, Schagen 6/5, Schweikardt, Kraus 7, Coric, Baumgarten, Fotache 1, Kretschmer 2, Orlowski 8, Celebi 2

Schiedsrichter: Christian Moles/Lutz Pittner. Zuschauer: 6034. Siebenmeter: SCM 7/4; Stuttgart 5/5. Zeitstrafen: 1/6