Hannover l "60 Minuten Attacke gegen den SCM, eines der besten Teams der Rückrunde", forderte der Hallensprecher in der TUI-Arena in Hannover vor dem Anpfiff. Der lautstarke Aufruf war an den  "8. Mann" auf den Rängen gerichtet, aber auch an die "Recken" selbst, die in der zweiten Saisonhälfte arg schwächelten und zuletzt sogar einen traurigen Negativrekord (sieben Niederlagen in Serie) aufgestellt hatten. 

Indes konnte SCM-Trainer Bennet Wiegert damit "gut leben", dass ihm und seinen Jungs von den Gastgebern die Favoritenrolle zugeschrieben wurde: "Ich übernehme gerne die Favoritenbürde. Denn wenn das so ist, hat man in der Vergangenheit ja nicht all zu viel verkehrt gemacht", erklärte der 35-Jährige im Vorab-Interview in der TUI Arena. "Aber alleine in dieser Rolle gewinnt man kein Spiel, und wir sind uns bewusst, dass es ein schweres Auswärtsspiel für uns wird."

3:0-Lauf kurz vor der Pause

Der SCM, gewillt und fokussiert, dort weiterzumachen, wo man vor der zweiwöchigen Spielpause aufgehört hatte (16 Spiele ohne Niederlage), erwischte einen Start nach Maß 3:1 (5. Minute). Von Beginn an machte die Deckung Druck, dahinter war Jannick Green im Tor der gewohnt sichere Rückhalt. So konnten die Magdeburger ihren Vorsprung auf 8:4 ausbauen (16.). In der Folgezeit schlichen sich in der unruhig wirkenden Partie, in der die Schiedsrichter nicht immer einen sattelfesten Eindruck machten, allerdings ein paar Nachlässigkeiten im Abschluss ein, so dass der TSV Hannover-Burgdorf auf 6:8 (18.) und 8:10 (22.) verkürzen konnte.

Aber zum Ende der ersten Halbzeit  hatte der SCM das Spiel wieder fest  im Griff, bei Hannover mehrten sich abermals die Ballverluste im Angriff. Ein 3-0-Lauf vom 11:9 auf 14:9 kurz vor dem Kabinengang rückte aus Sicht der Magdeburger die Verhältnisse wieder zurecht.

Die zweite Halbzeit blieb der SCM konzentriert und zog weiter seinen Stiefel durch (15:10/34.). Und die "Recken" durften sich in den nächsten Minuten bei ihrem Torhüter Martin Ziemer bedanken, dass sie nicht völlig unter die Räder kamen.  Doch wer hätte beim 18:12 aus Gäste-Sicht gedacht, dass es noch einmal eng werden würde (37.)? Doch nur drei Minuten später stand es nach einem 4-0-Lauf der Hausherren plötzlich 16:18. Dabei hatten ihnen ein paar Leichtsinnsfehler der Magdeburger im  Angriff in die Hände gespielt. Doch der Schuss vor den Bug sorgte dafür, dass der SCM zum erneuten Sturmlauf blies (21:16/45.).

So loderte das Strohfeuer der Hannoveraner letzlich nur kurz und der Pokalsieger brachte das 17. Spiel in Folge ohne Niederlage ohne große Mühe in trockene Tücher. Robert Weber war mit acht Toren erfolgreichster Schütze der Magdeburger.