Göppingen l Der Traum des SCM, nach 1999, 2001 und 2007 zum vierten Mal den EHF-Pokal an die Elbe zu holen, ist geplatzt: Die Magdeburger verloren das Halbfinale am Sonnabend gegen einen über sich hinauswachsenden Gastgeber und Titelverteidiger Frisch Auf Göppingen mit 29:33 (14:16).  Von Beginn an ins Hintertreffen geratend, kam die Mannschaft von Trainer Bennet Wiegert, die zuvor 22 Spiele in Folge nicht verloren hatte, ausgerechnet im Spiel der Wahrheit erst nach 20 Minuten richtig ins Rollen. Doch da war es schon zu spät, der Rückstand betrug bereits vier Tore. Bester SCM-Schütze war Michael Damgaard mit acht Toren. Bei Titelverteidiger Göppingern ragten Torhüter Primoz Prost und Rückraumschütze Zerko Sesum (9 Treffer) heraus."Ganz ehrlich, so wie wir heute gespielt haben, haben wir es nicht verdient, ins Finale einzuziehen", machte Torhüter Jannick Green aus seiner Enttäuschung kein Geheimnis. "Göppingen war einfach die bessere Mannschaft."

SCM kommt spät in die Gänge

Die Gastgeber, von der ersten Sekunde von ihren Fans frenetisch nach vorn gepeitscht, übernahmen sofort das Zepter in der "Hölle Süd". Ehe sich die Magdeburger versahen, lagen sie mit 1:4 hinten (6. Minute). Zwar hatte Trainer Wiegert seine in den letzten Monaten gut harmonierende, sturmerprobte Startformation ins Rennen geschickt, aber so richtig kamen Damgaard, Green & Co. nicht in die Gänge. Im Angriff agierten die Magdeburger nervös und unerwartet unsicher, die Folge waren technische Fehler, oder aber die Würfe waren nicht platziert genug. Göppingens Keeper Prost hatte oftmals seine Finger im Spiel (9 Paraden erste Halbzeit). 

 

Erst nach 20 Minuten schien es so, als habe der SCM seine Betriebstemperatur erreicht (10:14). Die Abwehr, die bis dahin bereits 14 Gegentreffer kassiert hatte, fand endlich Zugriff, und auch die Chancen wurden konsequenter genutzt. So konnte der Rückstand auf 13:14 verkürzt werden (26.). Zwar gelang Göppingens Zarko Sesum mit dem Abpfiff der ersten Halbzeit ein Glückstreffer zum 16:14 - doch für die Magdeburger war bei dem Spielstand auch noch nichts verloren.

Trotz großen Kampfes gelang es dem SCM in der zweiten Hälfte nicht wirklich, Tuchfühlung zu bekommen. Zwar kam man bis auf ein Tor heran (18:19/40. Minute), doch mehr ließen die Göppinger nicht zu. Bissig und beseelt durch einen unbändigen Siegeswillen, ließen sie den Magdeburgern im energischen Schlussspurt keine Chance. Zwar hatte Wiegert zehn Minuten vor dem Ende noch einmal kräftig durchgewechselt und frische Krieger in die Schlacht geschickt, aber auch das brachte nicht mehr die Wende.