Nürnberg l Sportlicher Großkampftag am Sonnabend in Nürnberg: Bevor "Jogis" Jungs am Abend im WM-Qualifikationsspiel gegen die Kicker von San Marino ranmussten, kämpften am Nachmittag der SCM und Gastgeber HC Erlangen in der nur einen Steinwurf entfernten Nürnberger Arena um die letzten zwei Punkte, die es für die beiden Bundesligisten in  der "Stärksten Liga der Welt" in dieser Saison noch zu holen gab. Am Ende einer souverän geführten Partie wurden die Magdeburger, die zuvor in 18 Punktspielen in Folge ungeschlagen waren, ihrer Favoitenrolle gerecht.

Beim 33:27 (16:12)-Erfolg vor 4167 Zuschauern war Robert Weber mit neun Treffern einmal mehr bester SCM-Torschütze. Das "Fernduell" um Tabellenplatz vier entschieden dennoch die punktgleichen Füchse Berlin für sich. Der Hauptstadtclub gewann sein Auswärtsspiel beim SC DHfK Leipzig mit 32:28 und beendet die Saison aufgrund des besseren Torverhältnisses als Vierter, der SCM ist Fünfter. Beide Vereine spielen in der kommenden Saison im EHF-Cup.

Erlangen dreht Spiel zum 7:6

Mit einen lupenreinen Tor-Hattrick von Michael Damgaard zum 3:1 (4. Minute) begann die Partie in der nur zur Hälfte gefüllten Arena, in der die Erlangener vor dem Anpfiff sechs Spieler des HC verabschiedeten. Das zeigte Wirkung bei den die Gastgebern, die wohl ein bisschen Zeit brauchten, um den Kopf von den Emotionen freizubekommen und sich auf ihr Spiel zu konzentrieren. Erst nach dem 2:5-Rückstand gelang es, den Hebel umzulegen. Das aber mit ganzer Konsequenz: Erlangen übernahm das Zepter und drehte die Partie zum 7:6 (13.). 

Auffälligster Spieler in dieser Phase war der wendige Jens Thümmler am Kreis (fünf Tore 1. Halbzeit), den zu viel Platz zugestanden wurde. Doch die Reaktion der Magdeburger ließ nicht lange auf sich warten: Jannick Green steigerte sich im Tor, die Deckung machte die Räume enger, im Tempogegenstoß kam man zu leichten Toren. So wurde die Führung zurückerobert und nur fünf Minuten später betrug der Vorsprung der Gäste bereits wieder vier Tore (11:7). Dieses Polster konnte bis zum Pause gehalten werden.

In der zweiten Hälfte gelang es der Mannschaft von Trainer Bennet Wiegert den Vorsprung bis auf sechs Treffer auszubauen (20:14) - Torjäger Weber hatte wie gewohnt traumwandlersch sicher vom Siebenmeterpunt getroffen (35.). Das Spiel nahm nun mehr und mehr den erwarteten Verlauf. Erlangen hatte angesichts einer kompakteren SCM-Abwehr, die auch im letzten Spiel der Saison auf Abwehrchef Finn Lemke (Bänderriss) auskommen musste, Mühe, aus dem Positionsangriff Tore zu erzielen. Aber auch die Magdeburger zollten dem anstrengenden und  kräftezehrenden Saison-Endspurt Tribut. So gingen in der Schlussphase vielleicht der eine oder andere Ballverlust, beziehungsweise Paraden von HC-Keeper Mario Huhnstock zu viel in die Statistik ein - ohne dass jedoch der Sieg in Gefahr geriet.

SCM-Spieler Robert Weber erzielte in Erlangen zwar neun Tore und war damit einmal mehr bester Werfer der Partie, doch für die Krone des Torjägers reichten seine insgesamt 219 Saisontreffer nicht. Diese geht an Philipp Weber (Wetzlar), der 222 Mal das Tor getroffen hat.