Gommern/Güsen l Heute ist Derbyzeit in Gommern. Die Verbandsliga-Handballer der Eintracht empfangen ab 17 Uhr den Güsener HC. Der aktuell verlustpunktfreie Tabellenführer gegen den letztjährigen Absteiger aus der Sachsen-Anhalt-Liga: Das sind gute Voraussetzungen für ein hochklassiges und spannendes Spiel.

Zwar verloren die Schützlinge von Dirk Heinrichs am Dienstag ein Testspiel gegen die Handballfreunde Helmstedt-Büddenstedt knapp mit 35:36 (15:11, 28:24), viel Aussagekraft besitze der Vergleich gegen den niedersächsischen Oberligisten über 3x20 Minuten allerdings nicht. "Unser Trainingsgegner spielt schließlich eine Klasse höher", erklärt Trainer Heinrichs und ergänzt: "Das Spiel war in erster Linie dafür da, uns auszuprobieren und nach der Pause wieder in Tritt zu kommen."

Das Unterfangen gelang dann auch über weite Strecken mehr als ordentlich. Nach anfänglichem 1:3-Rückstand übernahm die Eintracht beim 6:5 die Führung und gab diese bis in die Schlussphase des letzten Drittels nicht mehr her. Im Mittel bewegte sich der Vorsprung bei drei bis vier Treffern. Erst mit dem 34:33 übernahmen die Gäste wieder das Zepter und retteten den knappen Vorsprung über die Zeit. Viel Bedeutung messe man dem etwas unglücklichen Spielausgang aber aus Gommeraner Sicht nicht zu. Vielmehr sieht Heinrichs sein Team nach dem letzten Härtetest für das heutige Derby gut aufgestellt.

Ohnehin fällt es vorab schwer, zu klären, wer als Favorit in die Partie geht. Die Eintracht ist bislang ungeschlagen und führt die Tabelle der Verbandsliga Nord souverän an. "Gommern spielt bisher eine beeindruckende Saison", stellt der Trainer des GHC, Bernd Bretschneider, neidlos fest. Dennoch sind sich beide Trainer einig, dass die Favoritenrolle doch eher dem Absteiger aus Güsen innewohnt. "Prinzipiell ist es uns egal, ob wir nun diese Rolle haben oder nicht, aber wir nehmen sie auch gern an, wenn man sie uns anbietet", so Bretschneider.

Die Güsener hatten nicht unbedingt einen idealen Start und gerade zu Anfang der Hinrunde noch einige Abstimmungsprobleme. Mittlerweile steht der Verein aber besser da, hat schließlich die zurückliegenden vier Spiele alle gewonnen. "Die Güsener sind eindeutig der Favorit, allein schon ihrer Erfahrung wegen, auch wenn wir momentan natürlich weiter oben stehen", meint der Eintracht-Trainer. Nach der erfolgreichen Hinrunde werden die Gommeraner versuchen, noch weitere Siege zu holen und "alles mitzunehmen, was geht". Dazu zählt natürlich auch ein Sieg im Derby.

Während das Spiel nach Aussage von Heinrichs ein Duell wie jedes andere ist, ist sich die Gegenseite indes sicher, dass "die Zuschauer ein spannendes Spitzenspiel auf Augenhöhe" sehen werden. "Für uns ist es genau wie die Spiele gegen Biederitz schon eine besondere Paarung. Unsere Jungs sind heiß und ich bin mir sicher, die Gommeraner ebenso", sagt Bretschneider, der einzig auf den verletzten Dominic Schulz verzichten muss.

Der GHC reist also mit dieser einen Ausnahme in voller mannschaftlicher Breite und Stärke zum Tabellenführer. Die Eintracht wird sicherlich kein Problem damit haben, Güsen ist immerhin nicht der erste Absteiger aus der Sachsen-Anhalt-Liga, der in der Ehlestadt gastiert - und strauchelt: Es wäre schließlich keine Premiere, wenn ein solcher Gegner die zwei Punkte in der Sporthalle am Europagymnasium liegenlässt. So gab mit dem Glinder HV Eintracht Ende November 2013 ein Absteiger aus dem "Oberhaus" seine Visitenkarte ab und verließ Gommern ohne Pluspunkte.

Womöglich ist dieser Fakt aber nur ein weiterer Anreiz für die Güsener, um im letzten Spiel der Hinrunde alles zu geben und dem Tabellenführer die ersten Minuspunkte der Saison beizubringen. Gewinner dieser Partie dürften aber schon jetzt die Zuschauer sein.

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