Nun ist es also passiert, die weiße Weste des SV Eintracht Gommern hat den ersten Fleck erhalten. Der Handball-Verbandsligist ließ mit dem 32:32-Remis beim SV Wacker Westeregeln einen Punkt liegen. "Ein Makel, den ich nicht wollte und der durchaus hätte vermieden werden können", schätzte Trainer Dirk Heinrichs ein.

Westeregeln l Es hätte so schön aussehen können nach der Hinrunde, mit 26:0-Punkten ganz oben in der Tabelle zu stehen. Es wäre eine ländliche Idylle mit grüner Wiese, blauem Wasser im See, azurfarbenem Himmel und strahlender Sonne, die man bei den Ehlestädtern gern beibehalten hätte. Andererseits war sich Heinrichs des Gefahrenpotenzials durchaus bewusst. "Wenn man das gesamte Spiel gegen Westeregeln sieht, den Verlauf, unseren Rückstand bis kurz vor Schluss, dann hatte jede Mannschaft einen Punkt verdient." Dieses gerechte Ergebnis ist aber vielmehr also ein Remis im Spitzenspiel. Es ist quasi der rauchende Schornstein am Horizont, der dunkle Fleck, der so gar nicht ins Gemälde passt, ein Symbol und eine Warnung zugleich, die bevorstehende Rückrunde mit 100 Prozent Leistung zu bestreiten. "Die Erfolge müssen noch härter erkämpft werden. Jede Mannschaft wird gegen uns noch motivierter sein, jeder möchte uns endlich verlieren sehen", erwartet Heinrichs energische Kontrahenten und volle Sporthallen.

Im Training wird er daher noch einmal anziehen, will vor allem in der Abwehr mehr Varianten einstudieren. Bereits bei Wacker - ausgerechnet beim ärgsten Verfolger - war der Coach zum Improvisieren gezwungen, nachdem Jens Schmidt nach neun Minuten für ein grobes Foul die Rote Karte gesehen hatte. "Damit war unsere 4-2-Deckung, die bis dahin sehr gut stand, geschwächt." Die Eintracht hatte lange daran zu knabbern, geriet kurzzeitig in doppelte Unterzahl und zum 6:10 in Rückstand. Bis dahin verhinderte sie mit Schmidt im Innenblock das Einlaufen des Gegners sehr gut.

Doch mit einer 4-0-2 gegen Clemens Grafenhorst und Tobias Deutscher gelangen in der Folge Ballgewinne, so dass zum 13:14 der Anschlusstreffer erzielt wurde. Auch nach dem Wechsel ging das System auf, bis erneut eine doppelte Unterzahl nicht kompensiert werden konnte (44.) und Gommern zum 29:32 (57.) in Rückstand geriet. "Wir haben dann alles auf eine Karte gesetzt", erklärte Heinrichs. Zunächst war Hagen Sommerfeld mit dem schnellen Abschluss erfolgreich - 30:32. Dann verwarf Wacker, Gommern traf - 31:32. Keeper Julian Hartung parierte einen Wurf, Gommern traf - 32:32. Grafenhorst vergab einen Siebenmeter, Philipp Eckhart hatte mit dem letzten Angriff die Chance, die Idylle aufrecht zu erhalten. Drei Sekunden vor dem Ende suchte er den Abschluss, verwarf aber. "Der Wurf war okay, er hat fast alles richtig gemacht", betonte Heinrichs. Nun möchte er mit seinem Team dafür sorgen, dass dieser kleine Makel der einzige in der Saison bleibt.

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