Mit dem Ziel gestartet, im Titelrennen der Fußball-Landesklasse, Staffel II, ein gehöriges Wort mitzureden, liegt der SV Union Heyrothsberge zur "Halbzeit" der Saison mit Rang zwei im Soll. "Wenn man oben dran ist, will man natürlich auch an die Spitze", lobt Trainer Torsten Völckel als Ziel für die restlichen 15 Partien aus.

Heyrothsberge l Wenn am Sonnabend, 7. Juni 2014, die Saison ihr Ende findet und alles glatt läuft, soll die Erinnerung an jenen anderen Sonnabend allenfalls ein kurzes Lächeln bei den Unionern hervorrufen. Spieler wie Trainer, Fans wie Vereinsfunktionäre werden dann ein halbes Jahr zurückschauen und sich mit Blick auf den 7. Dezember 2013 fragen: "War da etwas?"

Ja, da war etwas. Und im Hier und Jetzt, knappe zwei Monate später, beschäftigt das Hinspiel des SV Union beim TSV Rot-Weiß Zerbst den Verein durchaus noch mehr als ihm lieb ist. "Das Ergebnis kam unglücklich zustande. Wir haben eine Vielzahl von Chancen nicht genutzt und zur Krönung einen Elfmeter verschossen", lässt Torsten Völckel noch einmal den Spielfilm ablaufen, den er am liebsten längst in den Giftschrank verbannt hätte. Am Ende gewannen die Zerbster nämlich unter beschriebenen Umständen mit 1:0, eroberten die Tabellenführung zurück und gehen nun mit einer weniger absolvierten Partie auf der "Pole Position" liegend in die Rückrunde.

Im Duell der beiden bisher besten Teams der Staffel wurde dann auch deutlich, warum es für die Unioner bislang nur eine Woche lang zum Platz an der Spitze gereicht hat: Das Team bestimmt so gut wie jede Partie, kreiert eine Vielzahl von Chancen, hat jedoch wie schon in den Vorjahren Reserven in Sachen Effizienz. Vor allem beim Stolperstart zu Beginn der Serie, als nach den ersten drei Spieltagen drei unbefriedigende Remis standen, versäumte es das Team, vorzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. Die Möglichkeiten waren jedenfalls vorhanden, wie der Coach weiß: "Gegen Niegripp kassieren wir in letzter Sekunde das 3:3, beim 0:0 in Gommern haben wir noch ziemlich viel herumprobiert und gegen Wolmirstedt spielen wir 90 Minuten auf ein Tor, aber es steht am Ende 2:2."

Der anschließende 2:0-Erfolg beim FC Zukunft Magdeburg kam daher einer Erlösung gleich und gipfelte in einer Serie von neun Siegen in Folge. "Mittlerweile haben wir uns als Team gefunden, die Automatismen greifen. Auch die vier Neuzugänge haben sich als Verstärkung erwiesen und helfen uns, das Beste herauszuholen."

Vor allem aber sorgen sie auch für die nötige Kaderbreite, die dem Team im Vorjahr noch gefehlt hatte. "Dass das Verletzungspech nach der Winterpause noch einmal in dem katastrophalen Maß zuschlägt wie in der vergangenen Saison, wollen wir nicht hoffen, aber zumindest sind wir jetzt breiter aufgestellt", meint der Trainer, der auch um folgende Tatsache weiß: Verzichtet sein Team auf eine neuerliche Findungsphase zu Rückrundenbeginn und kommt es ab dem 22. Februar gut aus den Startlöchern, muss es vielleicht gar kein Endspiel am letzten Spieltag gegen Zerbst fürchten.