Erfolgreicher, wenn auch mühsamer Start in das neue Handball-Jahr für den Güsener HC: Im ersten Ligaspiel nach der Weihnachtspause bezwang der Sachsen-Anhalt-Ligist vor heimischem Publikum die TSG Calbe mit 31:30 (16:15). Zwar dominierte der GHC die dezimierten Gäste über weite Phasen des Spiels, machte es aber kurz vor Spielende noch einmal unnötig spannend. Bester Werfer auf Seiten der Gastgeber war Kevin Haßbargen mit zehn Treffern, darunter vier Siebenmeter.

Güsen. Das Erste, was die Güsener Ballwerfer dachten, als sie vor Anpfiff das Spielfeld betraten und den Gegner aus Calbe in Augenschein nahmen, war wahrscheinlich "Ganz schön wenige". In der Tat reisten die Gäste aus dem Salzlandkreis nur mit dünner Personaldecke an. Auf lediglich neun Akteure konnte Gäste-Trainer Gunnar Lehmann zurückgreifen. Am Ende sollten es aber dennoch die Gastgeber sein, denen man konditionelle Nachteile attestieren musste.

Zunächst tasteten sich beide Teams gegenseitig ab. Nach der Güsener 2:1-Führung (3.) durch Chris Hoffmann und Kevin Haßbargen waren die Gäste um Anschluss bemüht. In der siebten Spielminute übernahm die TSG erstmalig mit 4:3 das Kommando und baute den Vorsprung danach auf 8:6 (15.) aus. Der GHC reagierte darauf mit einem Torwartwechsel. Für Christopher Bretschneider nahm Tobias Beyer zwischen den Pfosten Platz. Eine Umstellung, die sich auszahlen sollte. Über die Stationen 8:8 (16.), 11:8 (20.) und 15:12 (28.) warf sich der GHC ein kleines Polster heraus, das aber bis zur Pause auf 16:15 schrumpfte.

Nach Wiederbeginn kam der Motor der Hausherren wieder auf Touren. Über weite Phasen der zweiten Hälfte gelang es, die Calbenser mit zwei bis drei Toren auf Distanz zu halten. Einzig René Hulha wusste sich noch bei den Gästen mit Erfolg durchzusetzen. Das Spiel war zu dieser Phase von technischen Unzulänglichkeiten geprägt. In Sachen Schrittfehler und Fehlabspiele nahmen sich beide Teams nichts.

Als Calbe noch einmal auf 28:27 (58.) herankam, schwante vielen in der Elbe-Havel-Sporthalle Böses. Güsen wirkte kurz vor Ultimo platt. Ein Eindruck, den GHC-Coach Eric Steinbrecher teilte. "Man hat gemerkt, dass wir konditionell noch nicht auf der Höhe sind. Wenn man zwischenzeitlich sicher führt, braucht es aber auch eine Spur Cleverness, die uns teilweise noch fehlt", sagte Steinbrecher. Am Ende konnten er und das Güsener Publikum aber durchatmen. Mit 31:30 brachte Güsen das Spiel über die Runden.

Nun warten auf den GHC drei Auswärtsspiele in Folge, die Steinbrecher als richtungsweisend betrachtet. "Wenn wir unser Ziel verwirklichen wollen, uns in der Liga zu etablieren, dann müssen wir eben auch in Haldensleben oder Langenweddingen punkten."

Güsener HC: Bretschneider, T. Beyer – K. Haßbargen (10/4), Buchheister, Hennig (2), Teßmann (2), Hoffmann (4), C. Beyer (5), C. Haßbargen (1/1), Eichner, R. Klewe (7), Salomon, Steindorf