Im Konjunktiv hat der Burger BC 08 29 Punkte. "Wir hätten nur eine der vielen Chancen nutzen müssen", haderte Hartmut Müller, Coach des Fußball-Landesligisten. Da jedoch "mit einem Mix aus Unvermögen und Pech" kein Treffer gelang, blieb es beim 0:0-Remis gegen den MSV Börde - und bei nur 27 Zählern.

Burg l Die Spannung war allgegenwärtig und förmlich greifbar. Während sich der Gast ausnahmslos aufs Verteidigen beschränkte, liefen die Burger in den ersten 25 Minuten der zweiten Hälfte einen Angriff nach dem anderen. Vor allem durch Mathias Herms über die rechte Seite gelangen die gewünschten "druckvollen Vorstöße in den gegnerischen Strafraum", wie sie Müller noch in der Halbzeitpause forderte. Doch nach jeder neuerlich verpassten Möglichkeit schlugen die etwa 180 Zuschauer die Hände über den Köpfen zusammen, schüttelten das Haupt oder schauten zur Uhr, wieviel Zeit noch blieb, um den erlösenden Treffer zu erzielen.

In diesen 25 Minuten offenbarten die sehr tief stehenden Gäste vor allem in den Schnittstellen der Viererkette Schwächen, immer wieder setzten sich neben Herms auch Martin Krüger auf rechts oder Kevin Schulz und Franz Zimmer auf links gut durch. Doch weder Alexander Siemke (61.) noch Benjamin Schäfer (70.) gelang die erhoffte Erlösung, weil zum einen MSV-Keeper Christian Mertens mit sensationellen Reaktionen sein Team im Spiel hielt und zum anderen die entscheidenden Prozente fehlten.

Müller verstärke daraufhin die Offensive, da Burg mit Christian Behr und Bastian Benkel in der Defensive "insgesamt nur 1,5 Chancen" zuließ. Und die Einwechslung von Steven Peseke war beinahe ein Glücksgriff. Doch bei seinem ersten Ballkontakt war er wohl zu überrascht, dass Bördes Thomas Wolff der Ball durch die Beine rutschte, so dass Peseke knapp am Tor vorbeischoss.

Nachdem der Versuch von Siemke knapp vor der Linie geklärt wurde, verpasste auch Peseke einen Flugkopfball nur um ein paar Zentimeter. Doch Burg steckte nicht auf. "Wir haben ein ordentliches Spiel gezeigt und bis zur letzten Minute gekämpft", lobte auch Müller. Die Belohnung, ja die Erlösung, schien greifbar nahe, als es nach einem Foul von Christian Liedtke an Peseke Elfmeter gab. Bastian Benkel übernahm Verantwortung. Er bezwang Keeper Mertens, doch er schoss auch am Kasten vorbei. "Das passte natürlich ins Gesamtbild der Partie", erklärte Müller. Einen Vorwurf machte er seinem Schützling allerdings nicht. "Das passiert nun mal. Wir hatten bei dreimal Pfosten und Latte eben auch ein paarmal Pech, hätten aus dem Spiel heraus die Partie entscheiden müssen."

Und, um im Konjunktiv zu bleiben, wäre es des Guten etwas zu viel gewesen, wenn der eingewechselte Andre Schacker mit seinem ersten Ballkotakt bei einem Konter das 1:0 für Börde erzielt hätte, weil Burg zu weit aufgerückt war. Doch Keeper Rene Bonitz parierte die einzig gefährliche Chance des MSV souverän. "Das Gegentor hätte den Verlauf des Spiels noch mehr auf den Kopf gestellt. So müssen wir mit der Punkteteilung leben."

Burg: Bonitz - Herms, Krüger, Siemke, Benkel, Schulz (79. Dlusinksi), Zimmer, Schäfer (69. Peseke), Behr, Bartsch (79. Teege), Baumgartl

Börde: Mertens - Sommer, Schaffranke, Liedtke, Mähnert (88. Schacker), Lohse, Wunderling, Wolff, Leonhardt, J. Spahija (51. Maß), L. Spahija (63. Heise)