Hunderte Läufer aus dem Jerichower Land starten dieser Tage in die Saison. Verschiedene Höhepunkte zwischen Berlin-Marathon und Burger Rolandlauf stehen auf den Terminplänen. Die größte Wettkampfserie in der Region ist der Elbe-Ohre-Cup mit 26 Veranstaltungen zwischen Magdeburg und Gardelegen.

Jerichower Land (fh/bjr) l In der Cupwertung 2013 waren die Starter aus dem Jerichower Land in den meisten Kategorien ganz weit vorn. Spannend war es bei den Männern. Erst nach dem vorletzten Lauf in Burg verdrängte Ihleläufer Karsten Pinno den lange führenden Carsten Heidel (Parchener Laufsocken) von der Spitze - ein Sieg mit Ansage. Ein Jahr zuvor hatte Pinno in Stendal angekündigt: "Den Pokal werde ich mir holen."

Der Elbe-Ohre-Cup wird in verschiedenen Altersklassen ausgeschrieben. Organisator Bernd Ebert vom SC Demker sagte bei der Auszeichnungsveranstaltung in Stendal: "Mit den Kilometern aller Läufer kämen wir zweimal um die Erde und dann noch bis Moskau." Mehr als 8400 Läufer haben die 26 Veranstalter im vergangenen Jahr gezählt. Aber nur eine Teilnehmerin hat alle 26 Läufe absolviert: Renate Schlosser aus Burg. Die besten zwölf Läufe eines Wettkämpfers kommen in die Wertung. Jeder Teilnehmer muss mindestens acht Läufe absolviert haben (Nachwuchs vier). Bei 40 Punkten für einen Sieg ist die Maximalpunktzahl 480 für zwölf Siege in der Saison. Geschafft haben dies sechs Athleten aus unserem Landkreis. Neben Schlosser waren dies Siegfried Klose (Ihleläufer), Uwe Neumann (TSG Möser), Paul Weinmann (Genthiner Radsportclub). Auch ein Ehepaar hat das Kunststück fertiggebracht: Jutta und Klaus-Peter Derz aus Genthin. Seit etlichen Jahrzehnten ist das Pärchen auf den Laufstrecken dieser Republik unterwegs. Nicht nur das, sie trainieren auch gemeinsam. "Zweimal die Woche im Winter, während der Saison sogar dreimal", erzählt Klaus-Peter Derz. Dabei schickt er seine Frau in der Regel zehn Minuten früher in Richtung Wald. "So kommen wir gemeinsam wieder daheim an und haben das unterschiedliche Niveau ausgeglichen." Seit den 70er Jahren läuft Jutta Derz. Unter anderem mit der Genthinerin Anneliese Hünecke (sie gewann den Elbe-Ohre-Cup in ihrer Alterklasse W 65). Wenn beide von den "alten Zeiten" erzählen, berichten sie von Wettkämpfen in DDR-Zeiten, als "wir uns nach dem Lauf auf der Weide in Viehtränken gewaschen haben."

Familienbande schweißt zusammen und macht erfolgreich

Beim Blick auf die aktuelle Elbe-Ohre-Cup-Wertung fällt auf, dass viele Familien oder zumindest Paare am Start sind. Mit einem Sieg (Paul), einem zweiten Platz (Marie) sowie zwei dritten Plätzen (Jenny und René) liegt die Genthiner Familie Weinmann ganz weit vorn. Einen familiären Fanclub hat Ihleläufer Jakob Zeuch bei fast jedem Wettkampf. Die Unterstützung zahlt sich aus: Das Burger Talent hat seinen Titel in der M 16-Wertung erfolgreich verteidigt.

Überdurchschnittlich talentiert ist der Genthiner Erik Graper. Er belegt Platz drei in der M 12-Wertung. Fast genauso stark war Mutti Heike mit Platz fünf in der W 40-Kategorie. Quasi im Gleichschritt unterwegs war das Genthiner Ehepaar Ilka Stütz-Winter und Frank Winter mit jeweils Platz acht in ihren Altersklassen. Und trotzdem gibt es den kleinen Unterschied: Während Frank Winter ein bekanntes Gesicht im hiesigen Laufzirkus ist, gehört seine Frau zu den Neulingen. Ähnlich erfolgreich sind seit vielen Jahren Rüdiger (Platz fünf M 55) und Ute Klein, die den Bronzeplatz in ihrer Altersklasse nur um einen Zähler verfehlte. Als ambitioniert gilt auch das Ehepaar Ines Herm und Olaf Meier, der in der stark besetzten M 40-Wertung einen sehr guten vierten Platz belegte, vom SV Chemie Genthin. Mit seinem zweiten Platz bei den Männern war Carsten Heidel aus Parchen nicht der Familienbeste. Bruder Daniel siegte in der M 10-Kategorie. Vater Falk komplettierte das "Laufsocken"-Trio mit Platz fünf in seiner Altersklasse.

Alle drei Spitzenplätze besetzte das Jerichower Land in der M 60-Wertung. Hinter Sieger Harry Buchwitz aus Möckern rangieren Bernd Wunsch (Burg) und Eckhard Wernsdorf vom Genthiner RC - jener Verein, der alljährlich den Schlagenthiner Osterberglauf ausrichtet; seit 33 Jahren immer am Ostersonnabend oder fast immer - im Vorjahr musste der Lauf wegen Schnee und Eisglätte auf Pfingsten verschoben werden. "Das wird nie wieder passieren", verspricht Cheforganisator Siegfried Hünecke. Er ist sicher, dass der 34. Osterberg- lauf am 19 April dieses Jahren um 10 Uhr an der Sporthalle gestartet wird. Ganz sicher!