Der Ausklang ist schiefgegangen. Im letzten Landesoberliga-Heimspiel der Saison musste sich der Burger VC 99 am Sonnabend dem Magdeburger LV Einheit überraschend mit 2:3 (24, -22, 13, -24, -14) geschlagen geben. Während die Gäste wohl den Klassenerhalt feiern können, herrschte bei den Burger Volleyballern Fassungslosigkeit.

Burg l Als die weiß-schwarze Magdeburger Jubeltraube schon quer durch die Sporthalle hüpfte, blieb den Burgern nur noch Frust. Entweder brach er sich wie im Fall von Sören Lambrecht mit ein paar Tritten gegen die Sprossenwand seine Bahn oder er äußerte sich in enttäuschten Worten - wie bei Teamkapitän Sebastian Behr: "Wir wollten uns im letzten Heimspiel gut von unseren Fans verabschieden. Und dann passiert so etwas."

Besagtes "so etwas" war gegen abstiegsgefährdete Landeshauptstädter eigentlich volle zweieinhalb Stunden präsent. Nur einmal, im dritten Satz, riefen die Gastgeber das ab, was von ihnen erwartet wurde: Mit guten Aufschlägen zwang der BVC-Sechser den Gegner zu Fehlern. Die Burger selbst reduzierten die Mängel auf ein Minimum, durch das druckvolle Angriffsspiel geriet der Durchgang zu keiner Zeit in Gefahr und wurde mit 25:13 souverän nach Hause gebracht. Und dann passierte so etwas.

Die Magdeburger klammerten sich im vierten Satz merklich an den letzten Strohhalm, der ihnen in dieser Spielzeit noch blieb. Angesichts des Restprogramms mit Spielen gegen die Anhalt Volleys und Rot-Weiß Weißenfels konnte dies nur ein Punktgewinn in der Stadt der Türme sein. Die Mannschaft von Trainerin Jessica Zschiesche kämpfte dafür, investierte viel und belohnte sich selbst. Anders die Burger: Während des knappen Verlaufs über die Zwischenstationen 4:5, 11:11 und 22:23 verließen diese immer weiter die eigene Marschroute: von taktischer Disziplin bei den Aufschlägen keine Spur, in der Annahme wacklig und am Netz zu ängstlich. Der 24:26-Satzverlust war so logisch wie das ganz dicke Ende, das im Tiebreak folgen sollte. Im Entscheidungssatz gelang es schließlich nicht, eine 13:9-Führung zu behaupten. Ein Ass des MLV Einheit und eine missglückte Burger Annahme waren die bezeichnenden letzten Punkte des Abends zum 16:14.

Dabei erlebten die Zuschauer während des Schlussgangs nicht den ersten BVC-Leistungseinbruch. Nachdem sich die Gastgeber zur Eröffnung mühevoll ein 26:24 gesichert hatten, schien die Mission "drei Punkte" zunächst auf einem guten Weg. Zwar wirkte der Tabellenfünfte auch im Folgesatz alles andere als souverän, verbuchte jedoch immerhin eine 20:17-Führung. Aber dann passierte so etwas. Nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit brachten die Burger nämlich einen scheinbar beruhigenden Vorsprung nicht über die Runden. Dies stieß auch Sebastian Behr sauer auf: "Es ist symptomatisch in dieser Saison: In der Mitte eines Satzes verlieren wir den Faden. Ob wir dabei führen oder zurückliegen, spielt keine Rolle, aber wir gönnen uns dann einfach eine Auszeit." Eine folgenschwere, denn das 22:24 war in der Nachbetrachtung vom Sonnabend wohl der Anfang des späteren Übels.

So dürfte es dann auch in der nächsten Woche schwierig werden mit einer Rehabilitation. Gegen heimstarke Gardelegener hängen am Sonnabend, 8. März, die Trauben sehr weit oben - zumal die Besetzungssorgen beim BVC wohl bis zum Saisonende anhalten. Da ist es dann auch nur ein schwacher Trost, dass sich die Altmärker am Wochenende gegen das neue Schlusslicht Einheit Halle nur äußerst mühsam mit 3:2 zwei Zähler erkämpften.

Burger VC 99: A. Behr, S. Behr, Lambrecht, Kliefoth, Räcke, Pukall, Müller, Hagendorf (n.e.), Graßhoff (n.e.)