Die Frage, wer sich als "moralischer Sieger" im Spitzenduell der Fußball-Landesliga fühlen darf, ist sicher davon abhängig, ob das eigene Herz für Spitzenreiter FSV Barleben 1911 oder den Verfolger vom Burger BC 08 schlägt. Vor würdiger Kulisse (208 Zuschauer) trennten sich beide am Sonnabend leistungs- gerecht 0:0-remis.

Barleben/Burg l Internetnutzer werden in diesen frühlingshaften Tagen auf der Homepage des FSV Barleben 1911 noch mit schneebedeckten Hügeln und Eiszapfen begrüßt. Ob die Angst vor einer unangekündigten Rückkehr von Väterchen Frost die Verantwortlichen dazu bewog, am Sonnabend auf den "Teppich" auszuweichen, ist nicht überliefert. Beim Gegner sorgte der Belag jedoch für Stirnrunzeln: "Dass bei diesen Bedingungen auf Kunstrasen gespielt wird, ist nicht nachvollziehbar", äußerte BBC-Trainer Hartmut Müller stellvertretend. Doch um es vorweg zu nehmen: Der Untergrund, noch dazu mit einer großzügigen Schicht Kieselsteine gespickt, die bei jedem Aufprall des Balls oder nur einem etwas zu festen Schritt aufstoben, war das einzige, das nicht recht zum Spitzenspiel passen wollte. Selten traf es die Reporter-Floskel vom "0:0 der besseren Sorte" treffender.

Nachdem sich auch die Gäste etwa nach einer Viertelstunde an die Gegebenheiten gewöhnt hatten, begegneten sich beide auf absoluter Augenhöhe. Martin Krüger, diesmal als rechter Außenverteidiger aufgeboten, untermauerte mit einem Schuss aus der zweiten Reihe erstmals die Burger Absichten (20.). Wiederum 20 Minuten später verbuchte Linksaußen Alexander Dlusinski die wohl beste Gelegenheit des Tages, als er auf FSV-Keeper Alexis Lenhard zulaufend im letzten Moment gestört wurde. Der versuchte Lupfer landete oberhalb des Ziels (40.).

Derweil sorgte auf der Gegenseite wie erwartet Denny Piele für Aufregung im Strafraum. Der torhungrige Angreifer der Barleber verzog erst aus der Drehung (16.), scheiterte dann nur an einer erstklassigen Parade von BBC-Keeper Sascha Krüger (33.). Wenngleich sich beide Teams schwer taten, die Lücke im gegnerischen Abwehrverbund zu finden, ließen die guten Gelegenheiten und das technisch anspruchsvolle Spiel beider Teams für die zweite Hälfte hoffen.

Doch Treffer wollten auch nach dem Seitenwechsel nicht fallen. Erst wurde Franz Zimmer von Lenhard gestoppt (55.) und als dieser sich verschätzte, köpfte Philipp Baumgartl neben das Gehäuse (84.). Die Gastgeber hielten mit Piele (51.) und Maik Koschwitz (81.) dagegen und so ging die Punkteteilung ohne Frage in Ordnung. "Taktische Umsetzung, Laufbereitschaft, Konzentration - es hat vieles gepasst. Darüber haben wir dem Favoriten einen harten Kampf geboten. Man hat gemerkt, dass beide Mannschaften zu Recht an der Spitze stehen", lautete Müllers Fazit. Derweil geht die Favoritenrolle am Sonnabend, 8. März, im Heimspiel gegen den SV Förderstedt wieder an sein Team über. Gespielt wird ab 15 Uhr im BBC 08-Parkstadion. Dann auf Naturrasen. Versprochen.

FSV Barleben 1911: Lenhard - Kühnast (62. Matthias), Chr. Madaus, Kreibich, Probst, Schönberg, Heckeroth, Weiß, Ca. Madaus, Koschwitz, Piele

Burger BC 08: S. Krüger - Behr, Benkel, Siemke, M. Krüger, Zimmer, Baumgartl, Dlusinski (46. Schulz), Herms, B. Schäfer (90. H. Schäfer), Teege (75. Peseke)

Tore: Fehlanzeige; SR: Marco Uhlmann (Magdeburg), Luis Schneider, Daniel Feist; ZS: 208