Magdeburg/Gommern (jha/ahf) l Stolze 17 Spiele lang war der Spitzenreiter der Handball-Verbandsliga, der SV Eintracht Gommern, vor dem vergangenen Sonnabend ungeschlagen. Nun ist die Serie gerissen. Nach der wohl bislang schwächsten Saisonleistung musste sich der Tabellenführer mit 15:22 (7:9) beim Post SV Magdeburg geschlagen geben. "Wir haben in den ersten zwölf Minuten gut begonnen und dann kommt ein Cut. Die Mannschaft ist nicht mehr in den Neun-Meter-Raum gegangen, hat nur noch aus zweiter Reihe geworfen und war total verunsichert", fasste Dirk Heinrichs das enttäuschende Spiel seiner Sieben zusammen.

In der Abwehr aggressiv, sicherten sich die Gommeraner einige Bälle und kamen im Gegenstoß zu einfachen Treffern. Eben jene zwölf Minuten zu Beginn waren es, die Heinrichs in seiner lautstarken Fehleranalyse direkt nach dem Spiel in der Kabine wohl explizit ausklammerte. Gommern ließ wenig zu und ging zügig mit 5:1 in Führung. Vieles deutete auf einen eindeutigen Spielverlauf hin. Vielleicht lag es auch an der Überzeugung der Gommeraner, die Partie schon frühzeitig entscheiden zu können, die den Bruch im Spiel begünstigte. Fehlende Struktur im Aufbau, Verunsicherung, Abschlussschwäche oder aber auch eine Vielzahl technischer Fehler waren nur einige Attribute, mit denen sich die anschließenden 50 Minuten beschreiben ließen. Lediglich zwei Tore sollten den Gommeranern in den verbliebenen 20 Minuten der ersten Hälfte gelingen. Nur zur Erinnerung: 539 Tore hatte die Eintracht vor dem Spiel auf ihrem Konto, so viele wie keine Mannschaft in der Verbandsliga.

Wer dachte, dass sich das Team nach der Manöverkritik durch Trainer Heinrichs während der Pause wieder auf seine Stärken besinnen würde, sah sich getäuscht. Die Gastgeber bauten ihre Führung immer weiter aus. Nach dem 14:8 zog Heinrichs die Reißleine, bat sein Team zur Auszeit. Doch auch im weiteren Verlauf musste der Gommeraner Trainer machtlos von der Seitenlinie mit anschauen, wie sein Team teilweise vorgeführt wurde. Immer wieder liefen die Gommeraner in einen Tempogegenstoß der Gastgeber, weil sie die Bälle nicht im Gehäuse des sehr gut aufgelegten Magdeburger Keepers Marc Preuß unterbringen konnten.

Mit viel Wut im Bauch ob der mangelhaften Leistung seines Teams brachten wiederum einige Entscheidungen der Unparteiischen Heinrichs` Geduldsfaden zum Reißen: Der Gommeraner Übungsleiter verzettelte sich in einem Disput mit dem Schiedsrichter. Da er bereits im ersten Durchgang eine Verwarnung kassierte und der Unparteiische sich auch nach der Vergabe einer Zeitstrafe weiterhin angegriffen fühlte, beorderte er den Trainer der Gäste in den Zuschauerbereich. "Ich habe mich nach dem Spiel natürlich geärgert über meine Strafe, aber ich bin auch für meine Mannschaft verantwortlich und einige Entscheidungen der Schiedsrichter konnte ich nicht unkommentiert lassen", so Heinrichs.

In der Nachbetrachtung ärgerte den SV Eintracht wohl weniger die Tatsache, dass er Punkte beim Tabellenvierten liegengelassen hat. Bedenklicher erschien dagegen die Art und Weise wie sich der Tabellenführer während seines Auftritts beim Post SV verkauft hat. "Das Wie und Warum wir verloren haben macht mir Angst," bekannte Heinrichs.

Schwacher Trost: Der ärgste Verfolger SV Wacker Wester-egeln hatte eine knappe halbe Stunde zuvor sein Spiel beim BSV 93 Magdeburg II ebenfalls verloren, so dass zumindest der Abstand zum Verfolgerfeld gleich geblieben ist. Andererseits wäre mit einem doppelten Punktgewinn ein echter "Big Point" im Titelrennen möglich gewesen. "Dieses Spiel war ein Vier-Punkte-Spiel für uns, dem wir hoffentlich nicht am Ende der Saison nachtrauern werden", so der Eintracht-Coach.

SV Eintracht Gommern: Hartung, Braatz - Böttcher (1), Bretschneider, Sommerfeld (7), Eckhardt (2), D. Einwiller (3), Schmidt, Kaese (2), Bomke, Mennecke, Koch, Hoffmann, Zitzmann

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