Lostau (nro/ahf) l Kürzlich fand die Landesmeisterschaft der Schülerinnen im Radpolo statt und Lostau erwies sich wieder einmal als ein guter Gastgeber. Acht Mannschaften kämpften um die Krone von Sachsen-Anhalt, mit dabei die Radpolo-Hochburgen Colbitz und Tollwitz. Nach sechs Stunden stand der Sieger aus Colbitz fest, die Lostauer Mannschaften belegten die Plätze vier, fünf und sechs.

Bevor das Endergebnis feststand, musste allerdings das Schiedsgericht mehrmals das Regelwerk studieren, da selbst einige "alte Hasen" nicht weiter wussten beziehungsweise so etwas noch nicht miterlebt hatten. Was war passiert? Nach 28 spannenden und teilweise technisch sehr gut gespielten Partien hatten gleich vier Mannschaften 16 Punkte auf ihrem Konto. Erfreulicherweise war auch die erste Vertretung aus Lostau mit dabei. Pia von Dombrowski und Emilia Olschowski hatten es sogar in ihrem abschließenden Spiel selbst in der Hand, den begehrten Titel in Lostau zu behalten. Gegen den späteren Landesmeister Colbitz I führte man bereits, doch eine Unachtsamkeit Mitte der zweiten Halbzeit führte zum Ausgleich. Einen kurz vor Schluss noch zugesprochenen Viermeter, zu vergleichen mit einem Strafstoß beim Fußball, konnte man nicht im gegnerischen Tor unterbringen.

Nun hieß es abwarten wie es weiter geht. Um das Finalspiel zu ermitteln, wurden die Spiele aller vier punktgleichen Mannschaften untereinander gewertet. Doch auch nach dieser Wertung waren alle weiterhin noch punktgleich. Nun sollte die Tordifferenz die erhoffte Entscheidung herbeiführen. Aber auch hier keine neuen Erkenntnisse, da alle eine gleiche Differenz aufwiesen. Nun, so hieß es im Regelwerk, seien die geschossenen Tore zu bewerten. Dabei qualifizierte sich Colbitz II mit sieben Toren als erste Mannschaft für das Finale. Da die anderen drei Mannschaften allesamt fünf erzielte Treffer auf dem Konto hatten, mussten diese noch einmal im Modus Jeder gegen Jeden ein Entscheidungsspiel bestreiten. Jedoch war bei der ersten Lostauer Vertretung die Luft raus. Pia/Emilia verloren gegen Colbitz I mit 0:1 und gegen Tollwitz I stand am Ende eine 0:2-Niederlage auf der Anzeigetafel, was gleichzeitig den vierten Platz bedeutete.

Enttäuschung machte sich breit, war doch der Titel zum Greifen nahe, am Ende reichte es dennoch nur zu "Blech". Allerdings zogen Trainer und Spielerinnen auch eine positive Erkenntnis aus den Meisterschaften: Im landesweiten Maßstab müssen sich die Lostauer längst nicht mehr verstecken, sind an der Leistungsspitze angekommen. Den Titel spielten anschließend die Colbitzer unter sich aus, wobei es auch hier in die Verlängerung ging. Der Sieger musste durch ein Viermeter-Schießen ermittelt werden. Die erste Mannschaft gewann dabei souverän mit 3:0.

Erfreulich für Lostau war zudem, dass sowohl die zweite (Greta Baumann/Josephine Albrecht) wie auch die dritte Mannschaft (Alina Wittig/Emmely Voigt) mit den Plätzen fünf und sechs das Ticket für das Halbfinale zur Deutschen Meisterschaft buchten. Beide Duos verkauften sich in eigener Halle ebenfalls sehr teuer und dürften im nächsten Jahr um die Podestplätze mitspielen, wenn die anderen Mannschaften in eine höhere Spielklasse wechseln.