Der Nachwuchs geht voran: Gestern Abend wurden im Genthiner Bowling-Center die ersten "Sportler des Jahres" ausgezeichnet. Die gemeinsame Abstimmung des Kreissportbundes Jerichower Land (KSB) und der Volksstimme hielt dabei einiges bereit: strahlende Sieger, überraschend starke Debütanten und besondere Formen der Motivation.

Jerichower Land l Viele Anläufe wären Sophie Sandkuhl nicht mehr geblieben. Mit ihren 17 Jahren zählt die Leichtathletin der TSG Grün-Weiß Möser schon zu den "alten Hasen" in der Nachwuchs-Wertung der Sportlerwahl. Nach Platz vier vor zwei Jahren bei gleichzeitig beständigen Top-Leistungen war Rang eins in der Kategorie "beste Nachwuchssportlerin" dann auch irgendwann einmal fällig - wenngleich der gestrige Sieg für sie selbst überraschend kam: "Ich habe absolut nicht damit gerechnet. Aber es freut mich natürlich umso mehr, dass ich gewonnen habe." Ein weiterer Beleg, dass dieser Erfolg genau zur rechten Zeit kam, war das zurückliegende Dreivierteljahr. Die Hallen-Saison verlief nämlich so gar nicht nach ihrem Wunsch: "Ich hatte viel mit Verletzungen zu kämpfen." Die Aufgabe, etwa den Freiluft-Landesmeistertitel im 100-Meter-Sprint in diesem Jahr zu verteidigen, schätzt Sophie daher als "sehr schwer" ein. Aber der neueste Pokal in der Sammlung soll sich immerhin als kleine Motivationsspritze erweisen: "Der Erfolg bei der Sportlerwahl schafft einen noch größeren Anreiz, schnell wieder fit zu werden."

Ohne Blessuren sind glücklicherweise die Sieger in der Kategorie "beste Nachwuchsmannschaft" durch den Winter gekommen. Dennoch wiesen Laura Krüger und Fabian Syska eine Parallele zur Möseraner Athletin auf: "Wir waren im vergangenen Jahr das erste Mal dabei und sind Vierte geworden. Die Aufregung bei der diesjährigen Auflage war dennoch groß", erklärte Fabian, der sich 2013 gemeinsam mit Laura unter anderem zum Latein-Landesmeister ihrer Altersklasse tanzte. Dennoch: "Wir sind total überrascht, hatten nicht damit gerechnet, dass wir gewinnen", ergänzte die Partnerin. Der unerwartete Erfolg schlug sich dann auch im wohl strahlendsten Lächeln des Abends nieder.

In enttäuschte Gesichter blickte man allerdings bei keinem der 23 Nominierten. KSB-Mitarbeiter Stefan Reschke, der durch den Abend führte, rief ohnehin ausschließlich Gewinner nach vorn - ob sie nun Sieger oder Platzierte waren. Aus den Händen vom KSB-Vorsitzenden Lothar Finzelberg und der Vorsitzenden der Sportjugend, Marion Wöhe, erhielten alle teilnehmenden Nachwuchsathleten und -teams neben Glückwünschen auch das ein oder andere Präsent.

Eine glatte Zehn auf der Freuden-Skala.

Einen stattlichen Pokal nahm hingegen Ole Hinnerichs, der die Kategorie "bester Nachwuchssportler" für sich entschied, mit nach Hause - quasi "aus dem Kalten" heraus. Angesichts seines beachtlichen Start-Ziel-Siegs verschlug es Sophies Teamkollegen fast ein wenig die Sprache: "Auf einer Skala von eins bis zehn liegt meine Freude ganz klar bei zehn. Dass ich bei meiner ersten Nominierung gleich gewinne, fühlt sich echt toll an." Dem 13-jährigen Sprint-Ass, das mittlerweile zum SC Magdeburg gewechselt ist, bleiben indes noch einige Jahre im Status des Nachwuchs-Sportlers. In jedem Fall gilt für ihn wie für alle Nominierten: Ihnen gehört die sportliche Zukunft im Jerichower Land.