Niegripp/Tucheim (bjr) l Das 1:1 zur Pause im Derby der Fußball-Landesklasse, Staffel II, zwischen der SG Blau-Weiß Niegripp und dem SV Traktor Tucheim versprach viel Spannung. Diese hielt sich aber nicht lange, denn die Gastgeber hatten kurz nach Wiederbeginn die passende Antwort parat und bogen die Partie noch zum 3:1-Heimsieg um.

So mancher Zuschauer am Alten Kanal mag sich zunächst darüber gewundert haben, dass etwa Niegripps Abwehrchef Alexander Reiprich nur auf der Reservebank Platz nahm. Die Devise nach dem 4:2-Sieg gegen Olvenstedt lautete nun aber: "Never change a winning team." SG-Coach Joachim Greisner bot daher mit Ausnahme der Torhüterposition jene Elf auf, die in der Vorwoche beim Spitzenteam aus Magdeburg überraschend drei Zähler erbeutete. Das Vertrauen sollte sich am Ende auszahlen - wenn auch mit einem kurzen Schreckmoment.

Zunächst bestimmten die Gastgeber die Szenerie, das Geschehen trug sich meist in der Tucheimer Hälfte zu. Scheiterten die Blau-Weißen zunächst an der eigenen Präzision, blieb ihnen nach 24 Minuten kaum etwas anderes übrig, als den Platz zu nutzen, den ihnen die Gäste zugestanden. Fabian Mlynek wandelte Raumgewinn in Übersicht, setzte den ebenso freistehenden Bill Jentzsch in Szene und der Niegripper Neuzugang erzielte in seinem zweiten Spiel den zweiten Treffer - 1:0. Das Problem aus Sicht der Heimelf war jedoch: Ihr schien die Führung nicht zu bekommen. Erst brachte Bastian Schlüter sein Team nach einem Nachtreten gegen Keeper Michael Weise inklusive fälligem Platzverweis in Unterzahl, dann agierte die SG-Defensive allzu sorglos. Tucheims Kapitän Thomas Schulze erlief einen schlecht getimten Rückpass quasi mit dem Pausenpfiff und sorgte für den überraschenden 1:1-Ausgleich (45.).

"Es war nach der Pause unser Ansinnen, an den Treffer anzuknüpfen", sagte Gästecoach Mike Schnorrer. Allerdings: "Es ist wie so oft in dieser Saison. Durch individuelle Fehler fangen wir uns das zweite Gegentor ein und dann ist die Verunsicherung da." Vor deren Aufkommen war bereits SG-Routinier Thomas Eschner zur Stelle und bestrafte den Patzer der Gäste mit dem 2:1 (53.) - ebenfalls zum zweiten Mal in Serie. "Man merkt bei `Esche`, dass er jetzt drei Spiele in Folge für uns bestritten hat. Das macht sich bezahlt. Zudem hat er früher nicht umsonst in der Verbandsliga gespielt", schwärmte Greisner über die "Aushilfe" im Mittelfeld.

Den Tucheimern blieb indes nur die Marschroute "alles oder nichts". So aber kam es, dass die Vorderleute ihren Abwehrchef Christian Kandora immer öfter allein stehen ließen und er sich in einer Szene nur noch einem Foul bedienen konnte. Seine zweite gelbe Karte im Spiel hatte wiederum zahlenmäßige Ausgeglichenheit zur Folge. Den entstandenen Platz nutzte Niegripps "Joker" Patrick Rennwald in der Schlussminute mit dem 3:1

Niegripp: Rateike - Müller, Philipp, Mlynek, Ackmann, Zeuch, Briest, B. Schlüter, Jentzsch (64. Wehr), Eschner, Sandmann (75. Rennwald)

Tucheim: Weise - Richter, C. Kandora, Handke, Schröder, Paulini (75. Gobel), Feuerherdt, Diers, Schmidt (61. Haack), Keltner, Schulze

Tore: 1:0 Bill Jentzsch (25.), 1:1 Thomas Schulze (45.), 2:1 Thomas Eschner (53.), 3:1 Patrick Rennwald (90.); SR: Marcel Hosenthien (Magdeburg), Christopher Bethke, Philipp Theele; ZS: 58