Radball l Berlin/Lostau (bjr) In der beschaulichen 5000-Seelen- Gemeinde Krofdorf in Hessen dürften am Sonntag die ersten Sektkorken geknallt haben. Luca Wagner und Sascha Götz wurden ihrer Favoritenrolle im Heimspieltag der 2. Bundesliga vollauf gerecht und fuhren zu vier Siegen aus vier Spielen. Der Meistertitel in der Staffel Nord dürfte dem RSV-Duo mit zehn Punkten Vorsprung bei noch zwei Spieltagen kaum zu nehmen sein. In gut 500 Kilometern Luflinie zischten im Berliner Wedding nur die üblichen Seltersflaschen, doch einen tiefen Schluck hatten sich Denny Schwiesau und Rüdiger Czarnetzki verdient: Der RC Lostau kam mit sieben Punkten dem Klassenerhalt ein gutes Stück näher, darf sich mit derzeit nur einem Zähler Rückstand sogar Hoffnungen auf die Bundesliga-Relegation machen. "Sechs Punkte waren unser Minimalziel, sieben sind eine gute Bilanz und gegen neun hätten wir sicher auch nichts einzuwenden gehabt", zog Schwiesau daher ein weitgehend zufriedenes Fazit.

Der 6:2-Erfolg zum Auftakt gegen Schlusslicht Cottbus durfte dabei getrost in der Kategorie "Pflichtsieg" eingeordnet werden - wenngleich nicht ohne Schrecksekunde: "Wir lagen mit 0:1 zurück, haben uns aber gefangen und bereits zur Halbzeit mit 4:2 geführt." Ausgeglichener ging es in den beiden Partien gegen Großkoschen II und I zu. Erst kurz vor dem Ende gelang gegen die zweite RSV-Vertretung der 5:4-Siegtreffer. Czarnetzki und Schwiesau wussten: "Es hätte auch anders ausgehen können." Etwa so, wie im abschließenden Spiel, als sich die Vorzeichen verkehrten und das Duo nach eigener Führung den unglücklichen 5:5-Ausgleichstreffer hinnehmen musste.

Grund zur Klage bestand dennoch nicht, der Blick richtete sich sofort nach vorn: "Nullnummern dürfen wir uns jetzt trotzdem nicht erlauben. Erst wenn der Klassenerhalt in trockenen Tüchern ist, spielt es sich wesentlich sicherer und dann können wir auf die oberen drei Plätze schielen." So viel ist sicher: Dann würde sicher auch in Lostau die ein oder andere Flasche "Jubelbrause" geköpft werden.