Tangermünde war am Wochenende das Zentrum der sachsen-anhaltischen Läuferwelt: Insgesamt 1696 Finisher passierten beim 7. Elbdeichmarathon die Ziellinie auf der Elbpromenade unterhalb der historischen Stadtmauer. Einen starken Eindruck hinterließ das große Teilnehmerfeld aus dem Jerichower Land. So gab es über die Halbdistanz einen Burger Doppelsieg.

Tangermünde (fh/bjr/ast) l Unterschiedlicher konnte die Gefühlslage vor einem Halbmarathonstart kaum sein: Beate Bolle aus Genthin strahlte mit der Vormittagssonne um die Wette: "Ich freue mich auf diesen Lauf". Im Gegensatz dazu klagte der Bergzower Sven Gellert: "Verdammt, ich habe heftige Zahnschmerzen." Im Ziel waren dann beide froh gelaunt: Bolle absolvierte ihr Rennen in 1:44:36 Stunden auf Platz 13 bei den Damen. Kurz darauf kam auch Gellert (1:47:20 Stunden) an: "Es lief viel besser als ich dachte. Die Schmerzen sind verschwunden."

Glückselig dürften sich ohnehin alle Finisher gefühlt haben. Zumal die Starter aus dem Jerichower Land einen bärenstarken Eindruck auf der anderen Elbseite hinterließen. So ging Platz eins unter 760 Halbmarathonis sogar gleich zweimal nach Burg. Der frühere "Hellas"-Läufer Sebastian Anselm erreichte mit über einer Minute Vorsprung und einer Zeit von 1:18:25 Stunden das Ziel. Die für die Ihleläufer an den Start gegangene Silke Zimmermann lief eine persönliche Bestzeit von 1:32:55 Stunden.

Prächtig gelaunt im Zielbereich mit Bananenstückchen und Apfelschorle in den Händen traf man auch drei junge Leute aus Parchen: Eric Kopp, Patrick Heitzmann und Tobias Heidel absolvierten ihre Halbmarathon-Premiere. Tags zuvor hatte Kopp mit seinen Güsener Germania-Fußballern den VfL Gehrden mit 3:0 besiegt. Einen halben Tag später stürmte er nach 1:51:10 Stunden durchs Ziel. Sein Kommentar: "Ich gehe erstmal in die Badewanne."

Nervös war Tobias Heidel schon Tage vor dem Start: "Ich wollte unbedingt unter zwei Stunden bleiben." Das ist dem 25-Jährigen mit einer Zeit von 1:47:54 Stunden glänzend gelungen. Sein nächstes Ziel ist die Marathon-Premiere im September in Köln, wo er wie in Tangermünde von Bruder Carsten (1:32:57 Stunden) und Vater Falk (1:37:59 Stunden) begleitet wird. Auch Heitzmann hatte das Zwei-Stunden-Ziel locker erreicht (1:52:40 Stunden). Lohn war der Applaus seines "Fanclubs" um Volker Nieter an der Stecke. Beifall gab es für das Genthiner Talent Erik Graper. Er sicherte sich nach tollem Schülerlauf Platz zwei auf der 3000-Meter-Strecke. Sieger Immo Steinberg aus Tangermünde ist immerhin drei Jahre älter. Im Ziel sagte Erik: "Im nächsten Jahr werde ich gewinnen."

Ebenfalls starke Auftritte lieferten die "JL"-Läufer auf der Zehn-Kilometer-Distanz ab. Platz sechs unter 600 Läufern sicherte sich GRC-Läufer Paul Weinmann. Im Spitzenfeld landete zudem Jörg Scheffler, den vor dem Start noch Knieprobleme plagten. Erst im zweiten Teil des Rennens waren die Beschwerden verschwunden und "ich konnte richtig Gas geben". Es lohnte: Platz acht in persönlicher Bestzeit. In den Top 20 landeten zudem die beiden Chemie-Kanuten Olaf Meier (Rang zwölf) und Lukas Schulz auf Platz 19. Einen tollen Lauf absolvierte zudem Sabine Cornelius aus Mützel mit Platz sieben bei den Damen.

Stichwort toller Lauf: Ein solcher ist auch René Weinmann gelungen. Mit einer fantastischen Zeit von 3:12:22 Stunden landete er auf Platz fünf: "Ich habe mich die ganze Zeit sehr gut gefühlt." Als Paarläufer unterwegs waren seine Frau Jenny (Platz fünf bei den Damen) und Frank Winter auf Rang 29. Sie kamen nach 3:37 Stunden ins Ziel des Feldes mit 137 Startern.