Zum zehnjährigen Jubiläum lief am Gründonnerstag niemand Geringeres als Handball-Bundesligist SC Magdeburg in der Gerwischer Sporthalle "Blau-Weiß" auf. Im freundschaftlichen Vergleich gegen die Verbandsliga-Sieben des SV Eiche 05 Biederitz setzten sich die Weber und Co. zwar erwartungsgemäß mit 46:17 (22:9) durch, doch auf das Ergebnis schauten nun wirklich die wenigsten.

Gerwisch l Fabian van Olphen, Robert Weber, Matthias Musche, Bartosz Jurecki, Stefan Kneer, Marco Oneto und Tim Hornke - nein, das war nicht nur die Aufstellung des SCM beim Freundschaftsspiel gegen Eiche Biederitz am Gründonnerstag in Gerwisch. Alle genannten Spieler des Bundesligisten hatten eine bestimmte Sache gemein: Sie scheiterten mindestens einmal an Andreas Wichmann im Tor des SVE. Zum Teil sogar von der Siebenmeterlinie, was besonders bei Weber, der in der Beletage des deutschen Handballs eine 83-prozentige Erfolgsquote bei Strafwürfen aufweist, nur selten vorkommt. "Mit einigen der Jungs habe ich selbst zusammen gespielt. Es war klar, dass es der ein oder andere per Trickwurf versucht. Darauf kann man sich als Torhüter einstellen", erklärte Wichmann seine starke Leistung zwischen den Pfosten.

Erinnerung an gemeinsame Jugendtage lebt wieder auf

Aus gemeinsamen Jugendtagen beim SCM noch vertraut ist Matthias Musche. Der Magdeburger Linksaußen spielte zwar ob des Altersunterschiedes nie zusammen mit dem heutigen Biederitzer Stammkeeper, doch man kennt sich eben in der Magdeburger Talenteschmiede: "Es hat mich natürlich gefreut, mal wieder ein paar gemeinsame Duelle mit einstigen Wegbegleitern auszufechten. Natürlich bleibt es etwas Besonderes, sich in der Bundesliga mit den Torhütern zu messen, doch so ein Vergleich wie heute macht großen Spaß und ist eine willkommene Abwechslung", sagte der 21-jährige, der zwei Tage zuvor noch einem Johannes Bitter und Marcus Cleverly vom HSV Hamburg gegenüberstand.

Es blieb schließlich dem erfolgreichsten Torschützen der "Gladiators" vorbestimmt, Wichmann erstmalig vom "Strich" zu überwinden. Als Andreas Rojewski per Siebenmeter zum 31:9 traf, waren allerdings auch schon 41 Minuten gespielt. Bis dato blieben fünf Schützen erfolglos. Gerade in den ersten 30 Minuten hätten die Handballer um Kapitän van Olphen höher führen können, als "nur" mit 22:9, hätte eben nicht der ehemalige Magdeburger zwischen den gegnerischen Pfosten immer wieder glänzende Paraden gezeigt.

Die Torhüter stehen im Mittelpunkt

Überhaupt sorgten beide Torhüter im ersten Durchgang wiederholt für ungläubiges Kopfschütteln unter den 200 Fans in der Gerwischer Sporthalle und besonders bei den entnervten Schützen. Denn auch Dario Quenstedt auf Seiten des Bundesligisten zeigte gegen die Verbands- ligaschützen des SV Eiche sein Können. So verzweifelten in der 16. Minute alle drei Biederitzer Top-Shooter hintereinander: Zuerst versuchte es Sören Große aus dem Rückraum. Den Abpraller stibitzte sich Robert Gottschalk aus dem Kreis, bevor auch Rene Schnetter von Außen versuchte, Quenstedt im dritten Nachwurf zu überwinden, jedoch ebenso scheiterte.

Natürlich hatte man sich beim Sechstligisten schon vor dem Anwurf wenigen Illusionen hingegeben. Es ging den Biederitzern auch weniger um eine faustdicke Überraschung, als vielmehr darum, den unstreitbaren Saisonhöhepunkt zu genießen, doch zumindest bei Wichmann war die Freude etwas getrübt: "Na klar ist es überragend, gegen einen Bundesligisten zu spielen. Aber wir hätten uns ruhig etwas schlauer anstellen können. Unter den 46 Gegentoren waren gefühlt 30 Gegenstöße. Die einfachen Abspiel- und Fangfehler haben genervt."

Die einzige Führung, die dem SVE in dieser Partie verbuchte, war jene zum 1:0. Doch bereits diese verdankten die Biederitzer ihrem Torhüter, der sowohl gegen Weber als auch gegen Stefan Kneer Sieger blieb. Im Gegenzug versenkte Schnetter seinen Wurf im Gehäuse von Quenstedt. Im weiteren Verlauf zeigte der SCM dem Publikum vor allem Spielfreude und auch den ein oder anderen Kempa-Trick. Doch auch die Biederitzer spielten schöne Positionsangriffe und zogen sich insgesamt trotz der 17:46-Niederlage achtbar aus der Affäre.

Ohnehin sorg- te nicht nur das Spiel für Heiterkeit auf den Rängen, auch die netten Randepisoden rundeten den Abend ab. Neben der Herkunft der beiden Schlussmänner - Quenstedt als gebürtiger Burger und Wichmann mit Magdeburger Wurzeln - war jedoch auch das kleine Privatduell von Musche und Wichmann Gegenstand vieler Schmunzler. Wenn auch das Endergebnis vorhersehbar ausfiel - zumindest dieser Vergleich ging mit einem Unentschieden zu Ende.

Magdeburg: Eijlers, Quenstedt - Kneer, Rojewski, Musche, Landsberg, van Olphen, Natek, Grafenhorst, Haaß, Bezjak, Weber, Jurecki, Hornke, Oneto

Biederitz: Wichmann, Wilken, Gronemeyer - Hebestreit, Enke, Wolf, Krebs, Thielicke, Peters, Steinweg, Grosse, Freistedt, Gottschalk, Schnetter

Einen ausführliche Bericht zum Rahmenprogramm lesen Sie im Lokalteil auf Seite 17.