Magdeburg/Güsen (bjr) l An mannschaftlicher Geschlossenheit haben es die Handballer des Güsener HC in der laufenden Verbandsligasaison seltener mangeln lassen. Am Sonnabend wäre ihnen dieser Umstand aber fast zum Verhängnis geworden. Beim abstiegsbedrohten FSV 1895 Magdeburg trat das Team erneut als Kollektiv auf. Die Bewertung bereitete Trainer Bernd Bretschneider jedoch Sorgen: "Keiner hat wirkliche Normalform erreicht. Es war von allen eine durchwachsene Leistung." Glück im Unglück - der blutleere Auftritt ist noch einmal gut gegangen, am Ende behielt der Favorit mit 30:29 (11:13) die Oberhand.

Spielentscheidend waren dabei die letzten zwei Minuten, die sich im Nachhinein auch als glückliche Fügung des GHC-Schicksals beschreiben ließen. Torhüter André Teske, der bis dato ebenfalls kaum eine Hand an den Ball brachte, parierte beim eigenen 29:28 einen Versuch der Gastgeber. Der anschließende Güsener Angriff fand einen erfolgreichen Abschluss, so dass der FSV rund zehn Sekunden vor dem Ende nur noch zum 30:29-Endstand verkürzen konnte.

Ansonsten enttäuschte der GHC vor allem offensiv. Zu Beginn rollte eine Konterwelle der Magdeburger nach der nächsten, die 3:0-Führung war nur folgerichtig. "Danach haben wir zwar in der Deckung gut gestanden, doch der Angriff blieb die Problemzone." Tatsächlich verrichtete die 5-1-Abwehr der Gäste einen ordentlichen Dienst, doch standen Abspielfehler oder Schwächen in der Chancenverwertung einer vorzeitigen Wende entgegen. Nach dem 3:3-Ausgleich plätscherte die Partie bis zum 13:11-Halbzeitstand aus Sicht der Heimsieben dahin.

Daran änderte sich auch nach der Pause wenig. Zwei schnelle Tore ließen den GHC zwar wieder aufschließen, doch rund zehn Minuten vor dem Ende lagen die Fermersleber wieder mit drei Treffern vorn. Zwar verschob die inzwischen auf 6-0 umgestellte Güsener Deckung gut, doch vorn setzten sich die Unzulänglichkeiten fort. Nachdem Bretschneider zur Auszeit gebeten hatte (50.), raffte sich das Team jedoch noch einmal auf und bog - wenn auch am Ende unter glücklichen Umständen - nach dem 27:27-Ausgleich auf die Siegerstraße ein.

Allerdings nährte der Auftritt die Resthoffnungen auf den angestrebten dritten Platz nur unwesentlich. Angesichts des schwierigeren Restprogramms im Vergleich zum SV Eiche 05 Biederitz ist der GHC klar im Hintertreffen, gibt sich dennoch kämpferisch: "Wenn ich an das Spiel in zwei Wochen denke, wird Gommern sicher keine Geschenke an uns verteilen. Wir aber auch nicht an den SV Eintracht", machte Bretschneider deutlich.

Güsener HC: C. Bretschneider, Teske - K. Haßbargen (10), Naggies, Steinbrecher (3), Schulz (4), E. Klewe (3), Garbrecht (1), C. Haßbargen (2), Lehnau (2), R. Klewe (5), Mache