Die erste von sechs Bewährungsproben hat der SV Union Heyrothsberge am Sonnabend bravourös bestanden. Der Tabellenführer der Fußball-Landesklasse, Staffel II, fuhr vor 80 Zuschauern bei Germania Olvenstedt einen überzeugenden 5:0 (2:0)-Erfolg ein und hat im Titelrennen weiter alle Trümpfe in der Hand.

Magdeburg/Heyrothsberge l Dieser Umweg hat sich für Max Zimmermann gelohnt. Bei einem Freistoß von Halblinks wechselte der Union-Rechtsaußen kurzerhand die Seite, sprach sich mit Stefan Groth ab und zirkelte den Ball Augenblicke später in die Olvenstedter Gefahrenzone. Vor dem Tor der Gastgeber, auf Höhe des Fünf-Meter-Raums, lauerte derweil schon wieder Groth, ließ den Ball über den Kopf streichen und überwand so Germania-Schlussmann Maik Wende zum zwischenzeitlichen 3:0 (66.). Einige Minuten später zog es den Torschützen selbst bis zur Grundlinie auf der linken Angriffsseite. Ein kurzer Blick in die Mitte, ein Pass auf den Elfmeterpunkt und Marcus-Antonio Bach besorgte mit seinem dritten Treffer im Spiel den 5:0-Endstand (85.).

Was sich zunächst nach einfachem Fußball-Einmaleins anhört, entpuppte sich als äußerst effektiv und hatte bei den Gästen am Sonnabend Methode. So ließ sich die Liste an überlegten Spielzügen, einstudierten Varianten und Angriffen in Kleingruppen sicher noch um einige Szenen erweitern. Doch die Beispiele verdeutlichten allesamt eine Tatsache: Hatten die Unioner in der Hinrunde einige Zeit benötigt, um nach einem Erfolgsrezept zu suchen, hat sich das Team pünktlich zur entscheidenden Phase der Meisterschaft gefunden. Je älter die Spielzeit wird, desto besser scheinen die Zahnrädchen im Heyrothsberger Getriebe ineinanderzugreifen.

Dies war freilich auch in Olvenstedt nicht nur ein offensiver Verdienst, sondern setzte sich in allen Mannschaftsteilen fort. Abwehrchef Christopher Schumburg trat trotz der immer deutlicher werdenden Dominanz seines Teams als beständiger Mahner an die Wachheit seiner Vorderleute auf. Innenverteidiger Christian Krümling meldete den vielgelobten Germania-Stürmer Andreas Bode nahezu vollständig ab. Rutschte doch einmal ein Schuss durch wie bei einer Direktabnahme, war Keeper Tim Nagel zur Stelle (2.). Über den Taktgeber im Mittefeld, Tino Raugust, ging es dann meist überfallartig nach vorn. Vor allem über die linke Angriffsseite, wo Andre Seipold fleißig "Kilometer schrubbte", wie sein Pendant auf links - Zimmermann - aber auch den Rückwärtsgang nicht scheute, wurde es häufig gefährlich. Im Zentrum überzeugte Karsten Völckel mit klugen Pässen in die Tiefe wie bei Mike Pinnos Treffer zum 2:0 (33.) oder Standards wie einem Eckball, den Bach zum 4:0 einköpfte (68.). Der Union-Angreifer lief wie ohnehin in der gesamten Rückrunde zu Hochform auf, präsentierte sich aber nicht nur als Vollstrecker, sondern eroberte auch viele Bälle und legte für Sturmpartner Pinno auf, etwa beim ersten Gästetreffer (21.).

Angesichts der klaren Überlegenheit seiner Elf konnte sich Torsten Völckel also mit dem Gesehenen zufriedengeben. Allerdings sah der Union-Coach auch an einigen Stellen noch Verbesserungsbedarf: "Auch wenn unsere Effektivität schon mal schlechter war, haben wir noch einige Möglichkeiten liegen gelassen. In der ersten Hälfte hätte ich mir im Mittelfeld zudem eine bessere Raumaufteilung gewünscht, das haben wir in den zweiten 45 Minuten souveräner gelöst." Angesprochen auf den quasi Landesliga-reifen Auftritt von Bach, der sich nunmehr an die Spitze der Torjägerliste schoss, relativierte der Trainer: "Die gesamte Mannschaft ist in blendender Verfassung. Er profitiert eben auch davon."

Germania Olvenstedt: Wende - Grasse, Freiknecht, Rosenberger, Wrage (46. Hartmann), Elstermann, Frank, Gasch, Schröter, Bauerfeind, Bode

Union Heyrothsberge: Nagel - Schumburg, Krümling, Vaz, Ziemann (75. Hoppe), Raugust, Zimmermann (75. Raue), Seipold, Völckel, Pinno (71. Groth), Bach

Tore: 0:1 Marcus-Antonio Bach (21.), 0:2 Mike Pinno (33.), 0:3 Stefan Groth (66.), 0:4, 0:5 Marcus-Antonio Bach (68., 85.); SR: Thomas Görges (Tangerhütte), Marcel Baron, Heinz Wiegank; ZS: 80