Güsen l Eine Minute vor Schluss skandierten die mitgereisten Eintracht-Fans beim Stand von 29:26 für ihre Mannschaft bereits: "Aufsteiger, Aufsteiger", 60 Sekunden später stürmten die Spieler inklusive Trainer Dirk Heinrichs von der Bank aufs Spielfeld und jubelten ausgelassen mit der restlichen Sieben, bevor sie sich ihre bereitgehaltenen Meistershirts überzogen.

Freud und Leid lagen an diesem Sonnabend allerdings nah beieinander. Denn während die Gäste kaum noch zu bändigen waren, setzte bei manchen Spielern des Güsener HC die Schockstarre ein. Der uninformierte Zuschauer hätte meinen können, sie wären abgestiegen. Dabei hatten sie "nur" den dritten Platz endgültig an den SV Eiche Biederitz verloren, der seine Begegnung gegen den Post SV Magdeburg mit 21:19 (12:8) für sich und damit den Kampf um den begehrten Bronzerang entschieden hatte.

Besonders dramatisch schien die Stimmungsschere in der Familie Bretschneider auseinander zu gehen. Während der Trainer des GHC Bernd Bretschneider und sein ältester Sohn Christopher also ihr Saisonziel sowie das Derby verloren hatten und besonders der Torhüter nach der Schlusssirene enttäuscht auf dem Hallenboden hockte, feierte der jüngere Bretschneider-Spross, Steffen, mit seinen Mannschaftskameraden den vorzeitigen Aufstieg in die Sachsen-Anhalt-Liga.

Unübersehbare Abschlussschwächen

Dabei hielten die Gastgeber die Partie sogar bis zum Schluss offen. In der ersten Halbzeit gelang es Gommern erst in mit einem Konter, der mit der Schluss-Sirene im Tor von Christoper Bretschneider untergebracht wurde, den Vorsprung auf zwei Tore auszubauen - 18:16. Zuvor hatte der GHC gut dagegen gehalten.

Obwohl sie auch die Möglichkeiten hatten, an den Gästen vorbeizuziehen und selbst in Führung zu gehen, doch die ein oder andere Abschlussschwäche war bei den Güsenern nicht zu übersehen. Das lag jedoch, zumindest im ersten Durchgang, nicht unbedingt an den Torhütern, die auf beiden Seiten nur schwer eine Hand an den Ball bekamen.

Das änderte sich im zweiten Durchgang, in welchem Kai Braatz die Hausherren reihenweise zur Verzweiflung brachte. "Da waren auch schlechte Würfe von uns dabei, aber ich möchte die Leistung von Braatz nicht schmälern", so der Güsen-Coach. Dabei stand zur Pause ein Torwartwechsel im Raum, wusste Dirk Heinrichs zu erzählen: "Die Konstellation hat für einen Wechsel gesprochen, aber Kai (Braatz), war sich sicher, dass er sich in der zweiten Halbzeit steigern könnte und das hat er dann auch getan."

Auch als der SVE in der 43. Minute mit vier Toren in Führung lag, ließ die GHC-Sieben nicht locker und kämpfte sich noch einmal auf zwei Tore heran (26:28, 58.). "Wir wussten, wer die wenigsten technischen Fehler macht, gewinnt. Leider waren das nicht wir. Ich bin natürlich enttäuscht, aber so ein Spiel darf man auch mal verlieren und ich denke, wir haben eine sehr gute Leistung gezeigt und bis zum Ende gekämpft", so Bretschneider nach der Schlusssirene.

Güsener HC: Bretschneider, Teske - K. Haßbargen (1), Steinbrecher (3), Schulz (6), Naggies, Hoffmann (1), Chr. Haßbargen (10), Lehnau (5), Salomon, Mache

Eintracht Gommern: Hartung, Braatz - Bretschneider (9), Eckhardt (5), Koch, Einwiller (4), Sommerfeld (6), Böttcher (2), Kaese (2), Zater (4), Bomke (1)

Siebenmeter: GHC 2/1 - SVE 3/2; Zeitstrafen: GHC 3 - SVE 5

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