Der SV Eintracht Gommern feierte am vergangenen Wochenende seinen wohl größten Triumph der letzten Jahre. Mit dem 30:26 (18:16)-Erfolg über den Güsener HC machten die Verbandsliga-Spitzenreiter bereits am vorletzten Spieltag die Meisterschaft und den Aufstieg in die Sachsen-Anhalt-Liga perfekt.

Gommern l In Ermangelung einer richtigen Meisterschale feierte die Mannschaft des SVE am Sonnabend in der Kabine einfach mit einer symbolischen - einer Bananenschale. Und auch Trainer Dirk Heinrichs wurde an diesem Tag wiederholt zur Zielscheibe der Jubelstreiche seiner Mannschaft. Er bekam nicht nur die obligatorische Bierdusche nach dem Spiel, nein, auch sein Auto wurde noch reich verziert. Spätestens da hätte er dann auch realisieren müssen, was ihm mit dieser Mannschaft soeben gelungen war.

Kurz nach Abpfiff der Partie gegen Güsen hatte Heinrichs noch nicht so ganz begriffen, was dieser Sieg jetzt genau bedeutet. Seine Spieler drückten ihrem Coach ein Meistershirt in die Hand und stürmten zur Gommeraner Sieben auf das Spielfeld. Kurz darauf versammelten sich alle vor den mitgereisten Eintracht-Fans und "nötigten" Heinrichs zu einem kleinen Ständchen. "Das war unsere Hymne, die wir jedes Mal in der Kabine singen, wenn wir gewonnen haben", erklärte der SVE-Trainer. Dennoch, so ganz geheuer war ihm das alles nicht. "So richtig realisiere ich das nicht. Vielleicht wird mir heute Abend oder morgen Früh erst klar, was das bedeutet."

Wirklich befassen wollte er sich vor dem Spiel ja auch nicht mit den Folgen eines möglichen Sieges. Das wäre so, wie wenn man zu Weihnachten mit einem Geschenk rechne und es dann nicht auf dem Gabentisch vorfände. Diese Rechnung ging ja vielleicht für ihn auf, aber sie hatte auch so ihre Tücken: "Dadurch, dass ich mir vorher keine Gedanken darüber gemacht habe, gehen mir jetzt so viele Dinge durch den Kopf, die mich gleich erwarten könnten, wenn ich zur Mannschaft gehe." Seine Bedenken waren berechtigt, wie sich ja später herausstellte.

Dass Heinrichs in nur einer Saison mit Gommern solch eine Erfolgsgeschichte schreibt, hätte er nicht geglaubt. Abteilungsleiter Andreas Schütte und Teammanager Stefan Bußmann des SVE holten Heinrichs zu sich ins Team, nachdem dieser seine Traineramt bei der SG Lok Schönebeck niederlegen musste. "Eigentlich wollte ich ein Jahr pausieren, aber Andreas Schütte hat mich davon überzeugt, nach Gommern zu kommen. In diesem Verein stimmt es einfach, das ganze Paket passt: Das Umfeld, die Fans, die Mannschaft", so ein überglücklicher Heinrichs.

Apropos Fans, sie waren mit dem Bus zum Derby nach Güsen gereist und unterstützten ihr Team tatkräftig. Der GHC verlangte der Eintracht allerdings auch alles ab. Doch auch die Gastgeber gratulierten am Ende dem Verbandsligameister "zu einer herausragenden Saison", wie GHC-Trainer Bernd Bretschneider sagte.

Drei Tage später hat Heinrichs realisiert, was am Sonnabend geschah und auch über die nächste Saison herrscht schon Sicherheit. "Robert Mennecke, Felix Hoffmann und Marcel Zitzmann werden uns leider arbeitsbedingt verlassen. Und wahrscheinlich wird auch Kai Braatz seine aktive Laufbahn beenden. Er ist 36 Jahre alt und merkt jede Trainingseinheit", so Heinrichs. Auch Neuzugänge gibt es schon, doch dazu wollte sich der SVE-Coach noch nicht äußern. Lieber wendet er den Fokus auf das letzte Saisonspiel am Sonnabend gegen Westeregeln.