Am zweiten Maiwochenende startete am Westufer des Niegripper Sees die 8. Regatta der Rennkanuten. Für viel Freude bei der ausrichtenden SG Blau-Weiß sorgte neben dem traditionellen Bürgermeisterrennen auch ein hoffnungsvolles Nachwuchstalent.

Niegripp (hjs/bjr) l Das Thermometer zeigte eine Wassertemperatur von zwölf Grad Celsius an - eigentlich zu kalt, um ungerührt mit den schnellen Booten umzukippen. Musste einer der rund 100 Aktiven dennoch ein unfreiwilliges Bad nehmen, trug er es mit Fassung: Es ist eben Wassersport.

Neun Mannschaften aus Sachsen-Anhalt kamen, um auf den Strecken über 200, 500 und 2000 Meter gegeneinander anzutreten. Im Drei-Minuten-Takt starteten die Besatzungen der Boote in den Klassen Kanu K1, K2 und K4 und in den Canadiern C1 und C2.

Besonders erfreulich war die Tatsache, dass die vom Hochwasser 2013 betroffene Mannschaft der TSG Calbe am Start war. In der Mannschaftswertung belegte der Schönebecker SC mit 456 Punkten den ersten Platz, gefolgt von den Mannschaften aus Calbe mit 423 Punkten und dem KK Börde Magdeburg, der 267 Punkte einfuhr.

Die junge Niegripper Nachwuchssportlerin Selina Hofmann, die erst seit wenigen Monaten in der Abteilung Kanu der SG Blau-Weiß Niegripp trainiert, startete in drei Wettbewerben über 200, 500, und 2000 Meter im K1. Bei allen drei Läufen errang sie Silbermedaillen.

Ein besonderer Höhepunkt der Regatta war das traditionelle Bürgermeisterrennen, das in diesem Jahr gehörigen Prominentencharakter besaß. Ein hochkarätiges Rennen lieferten sich die Besatzungen mit Landratskandidaten, dem Bürgermeister der Stadt Burg, dem Ortsbürgermeister von Niegripp und dessen Stellvertreter. Diese traten gegen die beiden Rennboote der Bundeswehr an. Letztere hatten sich eine besondere Taktik überlegt: Kurz nach dem Start kreuzten sie die Bahnen der Mitbewerber und verhinderten so den erhofften Sieg des Niegripper Bürgermeisterbootes.

Einen besonderen Dank richtete die Abteilung Kanu der SG Blau-Weiß an die Sponsoren, das Restaurant Heideeck aus Genthin, die Firma Rasch-Reiningung- und Dienstleistungs-GmbH sowie an Ortsbürgermeister Karl-Heinz Summa. Für die wochenlange Vorbereitung zeichneten sich in vielen Stunden ihrer Freizeit alle aktiven Mitglieder der Abteilung verantwortlich.

Als ebenso große Herausforderung wie die Ausrichtung einer solchen Großveranstaltung erweist sich derzeit auch die Nachwuchsarbeit im Verein. Trotz vorhandener guter Ausstattung an Rennbooten und Trainingsgeräten finden nur wenige Kinder den Weg zum Kanurennsport. In der nächsten Zeit soll deshalb verstärkt daran gearbeitet werden, den Nachwuchs für den Kanurennsport zu gewinnen.