Im Jahr seines 60-jährigen Bestehens gab der RV Königsborn kürzlich den Startschuss zur Pferdesportsaison im Jerichower Land. Die Bilanz beim 10. Dorf- und Reiterfest - also einem weiteren runden Jubiläum - konnte sich aus Gastgebersicht wahrlich sehen lassen.

Königsborn l Man muss nicht über die Begeisterungsfähigkeit eines Sechsjährigen verfügen, um gemeinsam mit Kristin Windisch ins Schwärmen zu geraten. Wenn die 28-Jährige lebhaft wie detailliert über ihre große Leidenschaft spricht, erhalten selbst Pferdesportmuffel eine Ahnung davon, was Menschen in der Saison von einem Reitplatz zum nächsten treibt. Das mag zum einen an der sympathischen Königsbornerin selbst liegen, zum anderen ist da aber auch noch Angel. Liebeserklärung an eine zwölfjährige Stute: "Der Name sagt es: Sie ist ein Engel. Und sie kann kämpfen. Bei ihr weiß ich, dass wenn ich bei einer Prüfung keinen Fehler mache, sie es auch nicht tut."

Am dritten Turniertag kam es dann auch so. Windisch legte im M*-Springen vom Sonntagmittag einen fehlerfreien Umlauf hin. Dass es letztlich auch der Zeit nach zum Sieg reichen würde, gestaltete sich als Zitterpartie und war in gewisser Weise auch der Routine von Parcoursbauer Fred Jäger zu verdanken: "Angel liegen eher die kurzen Wege zwischen den Hindernissen. Der Parcours war wie bei allen Prüfungen des Wochenendes fair gestaltet und hat beides erlaubt - lange und kurze Wege", erklärte die Lokalmatadorin. So konnte Vereinskollege Maximilian Schäfer auf Mary Lou die großzügigere Variante wählen - und gewann dennoch die zweite Abteilung des mittelschweren Springens.

Launischer Wettergott trübt die Freude nicht

Da mit insgesamt acht Königsborner Siegen sowie etlichen Platzierungen in den 29 Wettbewerben der sportliche Part stimmte und auch der Ablauf reibungslos funktionierte, hatte Vereinschef Gerald Windisch allen Grund zur Freude. Auch der Dauerregen vom Sonntag trübte diese nicht, war doch das Gelände im Schlosspark bis zum Abend in einem erstklassigen Zustand, wie das Feedback der Sportler bestätigte. Die positive Resonanz ließ sich aber auch in Zahlen messen. Im Vergleich zur 2013-er Auflage war ein Anstieg von knapp 200 Starts zu verzeichnen. "Die 1180 Nennungen an allen drei Tagen sind auch ein Zeichen der Anerkennung", stellte der Vorsitzende fest.

Wenig überraschend: Mit wachsender Teilnehmerzahl steigt auch der Konkurrenzdruck. Nicht nur bei den Springwettbewerben wurde dies deutlich, sondern ebenso in der Dressur, wo einmal mehr Dr. Sabine Müller vom gastgebenden Verein das Maß der Dinge war. Ihr Sieg bei der schwersten Prüfung, dem St. Georg Special vom Sonntagnachmittag, war angesichts von Zahl und Klasse der Kontrahenten alles, nur nicht selbstverständlich. "Es waren genug starke Reiter vor Ort. Zu erwarten war der erste Platz daher nicht", schätzte Gerald Windisch ein. Wie es ist, entthront zu werden, musste Dr. Müller am Wochenende dennoch einmal erfahren. Bei der M**-Dressur hatte Judith Völzke die Nase vorn und sorgte somit für einen weiteren Sieg des Gastgebers.

Der erste Platz beim Turnierhöhepunkt, dem M**-Springen mit Siegerrunde, war hingegen nicht in Königsborn zu halten. Diesen entführte Alfred Konzag ins niedersächsische Grasleben. Für Vorjahressieger Steffen Buchheim blieb der zweite Platz, der dennoch aller Ehren wert war. Mit insgesamt vier ersten Plätzen war der Ihleburger zudem erfolgreichster Einzelstarter des Wochenendes.