Genthin (bjr). Zu unkonstant in den Leistungen, zu instabil in der Abwehr – die Euphorie nach dem Kreisoberliga-Aufstieg bei den Landesklasse-Kickern von Borussia Genthin wich im Laufe der Hinrunde mehr und mehr der Ernüchterung über ein Dasein am Rand des Klassenerhalts. Das spielerische Potenzial der Borussen ist unbestritten, nur riefen sie es bisher zu selten ab.

So macht Genthins Coach Frank Grabowski keinen Hehl daraus, dass er mit dem bisherigen Saisonverlauf alles andere als zufrieden ist. "In der Abwehr haben wir ganz einfach zu oft gewackelt. Natürlich war klar, dass wir als Aufsteiger nicht das obere Mittelfeld anvisieren können. Aber wenn wir uns in der Defensive stabilisieren, ist mehr drin als der Kampf gegen den Abstieg. Zumal es bis zu Platz sieben ja auch nur fünf Punkte Abstand sind", sagte der Trainer. Die Ausgeglichenheit der Liga könnte den Borussen aber unter umgekehrten Vorzeichen noch zum Verhängnis werden. Denn auf den ersten Absteiger haben die Genthiner derzeit lediglich drei Zähler Luft.

Grabowski ist also in Genthin um seine Aufgabe wirklich nicht zu beneiden. Zumal der Coach durch arbeits- und krankheitsbedingte Ausfälle gezwungen war, seine Aufstellung nahezu von Spiel zu Spiel umzubauen. Grabowski: "An Konstanz ist da nicht zu denken." Und so wird es wohl bis zum Saisonende eine spannende Angelegenheit, wer letztlich den Ligaverbleib für sich beanspruchen kann. Geht es nach dem Willen des Trainers, haben seine Schützlinge in der Endphase der Spielzeit nichts mehr mit den übrigen "Kellerkindern" der Liga gemein. "Wir haben im Winter an unserem Defensivverhalten gearbeitet und sind guter Dinge, die bisherigen Probleme in den Griff zu bekommen", sagte Grabowski mit Blick auf das problematische Element im Spiel der Borussen.

Hilfreich beim Unternehmen "Klassenerhalt" könnten dabei auch die beiden Rückkehrer Mathieu Madrian (USA-Aufenthalt) und Max Becker (Bundeswehr) sein, die beide nach knapp einjähriger Abstinenz nahezu als Neuzugänge angesehen werden können.