Der SV Union Heyrothsberge hat das - sportlich bedeutungslose - Spitzenspiel in der Fußball-Landesklasse II gegen den TSV Rot-Weiß Zerbst mit 4:2 (1:1) gewonnen und damit die Aufstiegssaison gekrönt. Insgesamt 217 Zuschauer sahen am Sonnabend jedoch auch, dass die Unioner einen hohen Preis für das "i-Tüpfelchen" zahlten.

Heyrothsberge l Sowohl Torjäger Marcus-Antonio Bach als auch Torhüter Tim Nagel mussten im Saisonfinale verletzt ausgewechselt werden. "Besonders für Tim ist das bitter. Es ist ohnehin schon traurig, dass er nach der Saison aufhört. Sowohl menschlich wie auch sportlich ist das ein Verlust für uns. Sich im letzten Spiel aber noch zu verletzen, hätten wir ihm natürlich absolut nicht gewünscht", so Union-Trainer Torsten Völckel. Zwar war die Stimmung aufgrund der Verletzung ihres Torhüters bei allen Beteiligten getrübt, ganz ließ sich der Champoin seine Feierlaune aber nicht verderben, so dass nach dem Schlusspfiff einige Sektduschen verteilt wurden.

Dabei war die erste Halbzeit des Spitzenspiels noch relativ unspektakulär. Beide Abwehrreihen standen hoch und ließen den Gegner des Öfteren in die Abseitsfalle tappen. Bezeichnend: Bei beiden Treffern im ersten Durchgang halfen dann auch die Defensiven höchstselbst nach. Den Führungstreffer der Gastgeber erzielte der Zerbster Florian Sens, der nach einer Hereingabe vor Union-Torjäger Bach an den Ball kam, ihn aber eben auch in das eigene Tor spitzelte (24.). Beim Versuch, ans Spielgerät zu gelangen, verletzte sich der erfolgreichste Heyrothsberger Goalgetter jedoch und musste zwei Minuten später vom Platz. Den Ausgleich kurz vor der Pause erzielte dann zwar mit Bastian Wiegelmann ein Rot-Weißer, aber diesmal hielt auch SVU-Keeper Nagel Aktien daran: Nach einem Rückpass versuchte dieser einen weiten Abschlag, der allerdings an Wiegelmann hängen blieb - 1:1 (44.). "Der erste Durchgang war nicht berauschend. Wir hatten mehr vom Spiel und auch mehr Ballbesitz, aber begeistert war ich nicht", so der Heyrothsberger Trainer.

Nach zehn Minuten in Halbzeit zwei folgte schließlich der Negativhöhepunkt. Die Gäste spielten einen langen Ball auf den gestarteten Wiegelmann, Nagel stürmte aus seinem Gehäuse und war auch vor dem Zerbster Stürmer am Ball. Der Zusammenprall, nach dem der Keeper unglücklich auf der Schulter landete, war jedoch nicht mehr zu verhindern.

So bitter Nagels Ausscheiden war, es war so etwas wie ein Wachmacher für den Aufsteiger. Mike Pinno erzielte in der 59. Minute das 2:1 (59.) und lieferte fünf Minuten später die Vorarbeit zum 3:1, als er auf links in den Strafraum zog, scharf vor das Tor flankte und in Tobias Thormeier einen artistischen Vollstrecker fand. Die Gäste schlugen zwar umgehend durch Wiegelmann zurück (65.), doch Heyrothsberge ließ nichts mehr anbrennen. Max Zimmermann setzte mit dem 4:2-Endstand nicht nur den Schlusspunkt in der 84. Minute, sondern erzielte auch das 100. Tor dieser Saison für den SV Union. "Für uns war es schwer, die Spannung bis zu diesem Spiel hoch zu halten. Wir haben die Ausfälle von Andre Seipold, Tom Raue und Christopher Schumburg ganz gut kompensiert. In der zweiten Hälfte waren wir klar besser, nur die Chancenverwertung hätte besser sein können. So hat Max das 100. Tor gemacht, was er sich definitiv verdient hat", war Völckel nach dem Spiel doch noch recht zufrieden.

Spätestens nach der Sektdusche war auch er dann endgültig in Feierlaune: "Dass diese Saison so erfolgreich wird, hätte ich nicht gedacht. Unser Ziel war es zwar, an die Spitze zu gelangen, aber so etwas lässt sich nicht planen. Ich bin sehr glücklich. Die Mannschaft hat eine gute Qualität und die Fans und das Umfeld tun ihr Übriges. Jetzt wollen wir noch das Pokalhalbfinale am Mittwoch gewinnen und uns dann den `Pott` holen."

Union Heyrothsberge: Nagel (55. Klinkau) - Vaz, Raugust, Groth (64. Kloska), Krümling, Völckel, Ziemann, Bach (26. Hoppe), Zimmermann, Thormeier, Pinno

Rot-Weiß Zerbst: S. Sens - F. Sens, Fischer (60. P. Möbius), Wollgast, Weise (30. Reichhardt), Ernst, Wiegelmann, Möhring, Syring, Tiede, Böning

Tore: 1:0 Florian Sens (24., ET), 1:1 Bastian Wiegelmann (44.), 2:1 Mike Pinno (59.), 3:1 Tobias Thormeier (64.), 3:2 Bastian Wiegelmann (65.), 4:2 Max Zimmermann (84.); SR: Benjamin Petri (Irxleben), Ramona Becker, Kurt Schröder; ZS: 217