Zum zweiten Mal in Folge musste der Burger BC 08 einem Team in der Fußball-Landesliga, Staffel Nord, den Vortritt lassen. Betrübnis löste das Team mit seinen Leistungen dabei höchstselten aus, dennoch bekannte der scheidende Trainer Hartmut Müller: "Wenn wir alle Möglichkeiten ausgereizt hätten, wären wir Barleben dichter auf den Fersen geblieben."

Burg l In Müllers Garten ist der Trubel, der im Saisonendspurt der höheren Spielklassen Sachsen-Anhalts auch den BBC 08 erfasste, so weit entfernt wie die Bundes- von der Landesliga. Vogelgezwitscher und der Linienbus, der stündlich den äußersten Südosten Magdeburgs anfährt, unterbrechen gelegentlich die Stille, die ebenda herrscht. Unzählige Aufstellungen und taktische Konzepte spukten hier im zurückliegenden Jahr zwischen Geranien und Vogelvoliere umher. Müller fällt der Blick zurück daher auch nicht schwer. "Natürlich war das ein zwiespältiger Abschied. Wir hatten zweimal in Folge Pech mit dem Schönebecker SC und dem FSV Barleben, die sich eben für den schnellen Weg nach oben entschieden haben. Aber wir haben in der abgelaufenen Serie 60 Punkte geholt, stellen den zweitbesten Angriff, unsere Heim-/Auswärtsbilanz ist ausgeglichen und wir sind Zweiter in der Fairplay-Wertung. Das kann sich sehen lassen."

Er kennt diese Zahlen genau. Doch jene, auf die es in erster Linie ankommt, lauten: elf, 16, 31. Gegen die drei direkten Kontrahenten Barleben, Irxleben und Wernigerode hat sein Team elf von möglichen 18 Punkten geholt. Gegen die Teams aus dem Tabellenkeller - Möringen, Potzehne und Halberstadt II - waren es 16. "Schwachpunkt waren Spiele gegen Mannschaften aus dem Tabellenmittelfeld, gegen die wir nur 31 Punkte eingefahren haben. Es gab genügend Gelegenheiten, den Abstand nach oben zu verringern, doch wir haben hier und da unnötig Zähler liegen gelassen."

Ausgenommen davon sind die vier Saisonniederlagen. Die schwachen Auftritte im Heimspiel gegen Fortuna Magdeburg (0:1; 20. Spieltag) und beim VfB Ottersleben (1:3; 8. Spieltag) hatten ihre fällige Quittung in Form einer Pleite nach sich gezogen. In Wernigerode (0:2; 21. Spieltag) und Förderstedt (2:3; 3. Spieltag) tappten die Burger in die Konterfalle, die sie sonst eigentlich selbst ihren Gegnern auslegen. Viel ärgerlicher waren jedoch eine Reihe von Unentschieden, darunter das 3:3 nach 3:0-Führung gegen den SV Lok Aschersleben (11. Spieltag) und das 1:1 zuhause gegen den TuS Schwarz-Weiß Bismark (7. Spieltag). Auffällig war dabei vor allem die Anfälligkeit in den Schlussminuten. "Konditionell haben wir gute Leistungen geboten, daran kann es nicht gelegen haben. Die Frage, die wir uns stellen müssen: Haben wir die geistige Frische immer bis zum Abpfiff halten können? Ich glaube, die Ursachen liegen weniger im fehlenden Können, als in fehlender Konzentration."

Unter dem Strich überwiegt aber beim nunmehr Ex-Trainer die Zufriedenheit. Dafür sorgte auch das gute Abschneiden im Landespokal, in dem es sein Team bis ins Halbfinale schaffte. "Mit dem Spiel gegen den HFC hatten wir einen sauberen Abschluss. Wir haben uns trotz des erwartbaren Ausscheidens gut verkauft und was dort passiert ist, wird jedem noch lange im Gedächtnis bleiben - auf eine positive Weise."