Gewohnt sachlich hat Trainer Reimar Nuße von den Ruderern der Wassersportfreunde Burg das zurückliegende Wochenende zusammengefasst: "Wir waren in der Vergangenheit immer dicht dran. Jetzt haben wir das realisiert, was wir uns gewünscht haben." Mit Laura Post und Lisa Görges hatten sich zwei seiner Schützlinge zu Bundessiegern gekrönt.

Rüdersdorf/Burg (sfi/bjr) l Insgesamt 1054 Jungen und Mädchen der Altersklassen 12 bis 14 aus allen Bundesländern bewarben sich in 442 Booten um die begehrten Medaillen. Der Bundeswettbewerb gilt als Saisonhöhepunkt im Schülerrudern und ist mit den Deutschen Meisterschaften gleichzusetzen. Für die Landesauswahl Sachsen-Anhalt vertrat neben Lisa und Laura zudem Elena Kober die Burger Farben. Es wurden die Bootsklassen Einer, Doppelzweier und Doppelvierer ausgefahren.

Zum Auftakt am Freitag mussten alle Teilnehmer einen Langstreckenwettbewerb über 3000 Meter in ihrer Alters- und Bootsklasse absolvieren. Es wurde in jeweils Sechser-Abteilungen gestartet. Die äußeren Bedingungen bei relativ hohem Wellengang auf dem Kalksee bereiteten besonders den Einerfahrern große Probleme. Die Wende bei 1500 Metern führte bei vielen Booten zu Punktabzügen wegen Berührens der Wendemarke. Durch den ersten Platz über die Langstrecke und damit Gold sicherte sich der Doppelzweier der Altersklasse 12/13 mit Laura und Lisa einen Platz im A-Endlauf der Bundesregatta, bei dem der Bundessieger am Sonntag ermittelt wurde, über die gewohnten 1000 Meter.

Der zweite Tag sollte jedoch erst einmal vom Rudersport ablenken und so traten die Landesverbände zu einem athletischen Achtkampf an. Bestandteile waren zum Beispiel Medizinballstoßen, Staffellauf, Seilspringen, Weitsprung oder Geschicklichkeitslauf in Zehnerriegen. Im Trainingslager in Zschornewitz wurden die einzelnen Riegen auf diese Wettbewerbe unter Leitung des Burger Trainers Marco Fischer gut vorbereitet. So belegte die Landesauswahl Sachsen-Anhalts den dritten Platz in der Länderwertung. Mit dem zweiten Platz von Elena sowie Rang sechs durch Laura und Lisa trugen auch die Wassersportfreunde Burg zum guten Gesamtabschneiden ihrer Riegen bei.

Mit dem richtigen Gespür für die Endläufe

Aufgrund der Ergebnisse über 3000 Meter lag viel Spannung über dem Wettkampf über die 1000-Meter-Distanz. Die sechs zeitschnellsten Boote wurden für das A-Finale am Wettkampftag gesetzt. "Der Doppelzweier mit Laura und Lisa hat über die ganze bisherige Saison konstant sehr gute Ergebnisse abgeliefert" so Trainer Nuße. "Wenn alles nach Plan verläuft, können diese beiden Mädchen an die großen Erfolge vergangener Jahre anknüpfen", prophezeite er vor dem Endlauf.

Im Finale waren neben den Burgern Boote aus Nordrhein-Westfalen (RC Hamm, RC Meschede), Brandenburg (RC Frankfurt), Mecklenburg-Vorpommern (Rostocker RC) und aus Niedersachsen (Deutscher RC Hannover) vertreten. Nach den Ergebnissen vom Freitag zeichnete sich ein knappes Rennen zwischen Meschede und Burg ab. Und tatsächlich: Die Resultate bestätigten sich auch über die 1000 Meter. Nach der Hälfte der Strecke lagen beide Boote bereits in Führung. Das Burger Duo konnte seinen Vorsprung jedoch kontinuierlich vergrößern und führte im Ziel mit zweieinhalb Bootslängen. Mit großem Abstand folgte auf Platz drei Hannover.

Da auch Elena Kober im D-Rennen mit einem zweiten Platz überraschte, war die Burger Freude entsprechend groß. Nuße zeigte sich mit dem Abschneiden seiner Schützlinge jedenfalls sehr zufrieden, hatte sich die konzentrierte Arbeit im Winter sowie in der gesamten Vorbereitung doch ausgezahlt und den verdienten Lohn gefunden. Mit Laura und Lisa trugen sich zwei weitere Mädchen in die lange Erfolgsliste Burger Ruderer bei Meisterschaftsrennen ein. Auch mit Blick auf das Abschneiden der sachsen-anhaltischen Landesauswahl hielten die drei jungen Damen der Wassersportfreunde große Aktie am Erfolg. In der Länderwertung stand letztlich Platz drei zu Buche.