Germania Güsen, Doublesieger und Aufsteiger in die Landesklasse, ist in der ersten Runde des Sachsen-Anhalt-Pokals an Verbandsligist BSV Halle-Ammendorf gescheitert. Trotz der 1:7 (0:2)-Niederlage blickt Hartmut Kober zufrieden auf das Spiel.

Güsen l "Nur" 0:2 zur Halbzeit und, obwohl es noch fünf Tore im zweiten Durchgang wurden, den Ehrentreffer erzielt sowie nicht zweistellig verloren. Das hätten wohl nur die Wenigsten erwartet, die am Sonnabendnachmittag rund um den Platz des SV Germania dem Pokalspiel der beiden ungleichen Gegner zusahen. Mit dem letztjährigen Verbandsligameister BSV Halle-Ammendorf hatte der frischgebackene Aufsteiger in die Landesklasse, Staffel II, schließlich einen wirklich schweren Brocken für die erste Runde des Landespokals zugelost bekommen. "Aber es war ein faires Spiel und ein angenehmer Gegner, der keinesfalls überheblich wirkte. Ich kann mir ja vorstellen, was sie gedacht haben, als sie Güsen hörten", so Germania-Trainer Hartmut Kober.

Nach der kurzen Vorbereitung und nur drei Trainingseinheiten fehlten allerdings einige Stammspieler, darunter mit Torhüter Andre Meier und zwei Dritteln des magischen Sturmdreiecks um Tobias Pohl, Josef Bonitz und Christian Vormeister auch diverse Erfolgsgaranten. Letzterer wirkte zumindest eine Halbzeit lang mit, wurde in der Pause aber von Chris Hoffmann ersetzt. Das Ergebnis wäre sicherlich das gleiche gewesen und Kober wollte das Fehlen der Spieler auch nicht unbedingt gelten lassen und merkte an, dass "ich schon zufrieden war. Die Jungs auf dem Platz haben alles gegeben."

In Halbzeit eins lag Güsen auch "nur" 0:2 hinten. Dabei fielen die Treffer für den BSV auch noch direkt hintereinander. In der zehnten Minute traf Chris Klarner und keine 60 Sekunden später Oliver Laube für die Gäste. "Dabei haben wir besonders in der ersten Viertelstunde gut mitgehalten. Die Treffer waren Unkonzentriertheiten, die ein wenig ärgerlich waren", kommentierte der Germania-Trainer. So war es dann auch nur verständlich, dass das Halbzeitergebnis einigen Zuschauern anerkennende Worte abrang.

Die Hallenser sorgten nach Wiederanpfiff recht schnell für die erwarteten klareren Verhältnisse. Christoph Römling, Klarner und Andreas Richter erzielten die Treffer drei bis fünf. Da waren zehn Minuten im zweiten Durchgang gespielt. Der Doublesieger aus dem Jerichower Land steckte dennoch nicht auf und nach einer perfekten Flanke quer über das halbe Spielfeld in den Lauf von Robert Schüßler legte dieser auf Eric Kopp ab, der den Güsener Ehrentreffer erzielte (57.). "Phasenweise haben wir unser Spiel gut aufgezogen. Wir können schließlich auch Fußball spielen", so Kober.

Vor allem kämpferisch wusste seine Elf zu überzeugen. "Ich möchte niemanden herausstellen. Die gesamte Mannschaft hat gekämpft", meinte der Germania-Coach nach dem Spiel. In der 68. Minute bekamen die Gäste noch einen Elfmeter zugeschrieben, der in die Kategorie "kann man geben, muss man aber nicht" fiel. Römling verwandelte jedoch sicher und Tim Junghans setzte mit dem siebten Treffer zwei Minuten vor Abpfiff auch den Schlusspunkt.

Kober war jedoch nicht enttäuscht und auch die Spieler verließen erhobenen Hauptes den Platz. "Wir haben 90 Minuten bei diesen Temperaturen gut mitgehalten und sind auch beim Stand von 1:7 noch in die Zweikämpfe gegangen." Außerdem zähle schließlich auch die gemachte Erfahrung, immerhin sei es "ein Erlebnis für Güsen und die Zuschauer waren auch begeistert. Viele hätten heute wohl gedacht, dass es zweistellig wird."

In einer Woche um 15 Uhr heißt der Gegner zum Ligaauftakt TuS Magdeburg-Neustadt. Dann werden auch wieder alle Stammkräfte in Güsen an Bord sein.

SV Germania Güsen: Hirsch - Henning (77. Günther), T. Lamprecht, Schüßler, Huth, F. Lamprecht (39. Dietert), Linnecke, Vormeister (46. Hoffmann), E. Kopp, Buchheim, Ch. Kopp

BSV Halle-Ammendorf: Guth - Kominek, Laube, Römling (77. Kuleßa), Keitel, Wirsing, Kamalla, Richter (58. Wiermann), Sieber, Klarner (77. Junghans)

Tore: 0:1 Chris Klarner (10.), 0:2 Oliver Laube (11.), 0:3 Christoph Römling (48.), 0:4 Chris Klarner (50.), 0:5 Andreas Richter (55.), 1:5 Eric Kopp (57.), 1:6 Christoph Römling (FE 68.), 1:7 Tim Junghans (88.); SR: Tobias Menzel (Magdeburg), Mario Lach, Rüdiger Meier; ZS: 140