Güsen l Auch wenn die Reserve des Güsener HC vom Spielbetrieb abgemeldet werden musste, um die Verbandsligamannschaft personell zu unterstützen, und Bernd Bretschneider sein Traineramt niederlegte, sieht Vereinsvorsitzender Raimer Franz die positiven Aspekte dieses sommerlichen Umbruchs.

Zwar sei der Verbandsligakader des GHC recht kurzfristig eingeschmolzen und auch Bretschneider gab sein Amt doch etwas überraschend auf, doch "ich sehe trotzdem Sonnenschein am Güsener Himmel", so Franz. "Niemand musste den Verein verlassen. Alle, die spielen wollen, können auch weiterhin im Verein spielen und das ist die entscheidende Antwort auf die Fragen, die sich eröffnet haben." Am 11. Juli saßen die erste und zweite Vertretung mit dem Vorstand zusammen und machten deutlich, dass durch die berufsbedingten Ausfälle von mehreren Spielern der Ligabetrieb in der Verbandsliga "ein wackliger zu werden droht." Der Großteil der Reserve war daraufhin bereit, die erste Mannschaft aufzufüllen. Die Spieler, die diesen Schritt für sich nicht in Betracht zogen, werden den GHC aber nicht verlassen, sondern zukünftig noch in der dritten Mannschaft spielen.

Andy Mache übernahm nach Bretschneiders Entscheidung, nicht länger an der Seitenlinie für den GHC tätig zu sein, von sich aus den frei gewordenen Posten. Damit wird er in der kommenden Saison als Spielertrainer aktiv sein. Auch die Integration der aufgerückten Reservespieler sollte kein Problem darstellen, da beide Mannschaften auch in der vergangenen Spielzeit miteinander das Training absolvierten. Und auch die Vorbereitung steht soweit, sodass Franz hofft, "dass wir zu Saisonbeginn eine schlagkräftige Truppe zusammenhaben."

Dennoch sieht auch der GHC-Vorsitzende, "dass es von Saison zu Saison schwerer werden wird, weil wir es verschlafen haben, für Nachwuchs zu sorgen, der uns jetzt helfen könnte." Was jedoch nicht heißt, dass die Güsener über keinen Nachwuchsbereich verfügen. "Ganz im Gegenteil", wie Franz ausführt "haben wir einen enormen Zulauf im Nachwuchsbereich. Darüber bin ich überglücklich. Was unsere Trainer da leisten, macht mich schon stolz." Doch auch der harte Männerkern verdient den Respekt des Güsener Vereinsvorsitzenden: "Ich kann vor jedem Spieler nur den Hut ziehen, der uns so lange die Treue gehalten hat und weiterhin hält. Keiner der Abgänge verlässt uns freiwillig. Aber ein wenig traurig ist es natürlich dennoch, dass nur noch zwei Männermannschaften übrig sind."

Für Franz ist dies jedoch kein Grund zur Schwarzmalerei. "Im Nachwuchsbereich passiert momentan soviel, worüber ich nur staunen kann und auch die Männer halten zusammen, wie man sieht, sodass ich positiv in die Zukunft blicke. Alles andere wird die Zeit zeigen."

Nach dem Sommergewitter hat die Sonne den Güsener Himmel also zurückerobert. In sechs Wochen beginnt die Handball-Saison 2014/15. Der GHC steht dann vor einer schweren Spielzeit in der Verbandsliga Nord, dessen ist sich auch Franz bewusst.