Magdeburg/Niegripp (bjr) l Jetzt erst recht oder lieber noch nicht? Bei den Fußballern der SG Blau-Weiß Niegripp steht nach dem verpatzten Saisonauftakt aus der Vorwoche außer Frage, dass die Scharte vom 0:3 gegen den SC Vorfläming Nedlitz ausgewetzt werden soll. Die Chance dazu wollen die Blau-Weißen im morgigen Auswärtsspiel der Landesklasse, Staffel II, beim HSV Medizin Magdeburg ab 15 Uhr nutzen. Ob das Unterfangen gelingt, hängt in erster Linie davon ab, ob die Automatismen beim umgebauten Team einige Trainingstage später bereits besser greifen als beim Auftakt. "Ob wir uns schon anders als im ersten Spiel präsentieren, ist schwer abzuschätzen. Ich denke, der HSV Medizin ist nach dem überraschenden 2:2 in Zerbst enorm selbstsicher", mutmaßt Trainer Bernd Koßmann, der das Team in den nächsten Wochen für den arbeitsbedingt verhinderten Joachim Greisner vertretungsweise coacht.

Der Magdeburger Stadtmeister und Aufsteiger hat aber nicht nur die Niegripper durch den Überraschungscoup beim Titelkandidaten überrascht, nahezu die gesamte Liga rieb sich verwundert die Augen. Hexenwerk war aber nicht im Spiel, auch Koßmann weiß ohne vorhergehende Gegnerbeobachtung, was sein Team morgen erwartet: "Im Spielbericht waren vier gelbe und eine gelb-rote Karte vermerkt. Ich denke, das sagt auch aus, dass wir uns nicht unbedingt auf den spielstärksten aller Gegner einstellen sollten." Bedeutet im Umkehrschluss: Auch seine Schützlinge müssen kämpferisch alles in die Waagschale werfen. Erschwert wird dies dadurch, dass Kapitän Thomas Böttcher gegen Nedlitz mit muskulären Problemen im Oberschenkel ausgewechselt wurde und steht wohl auch morgen nicht zur Verfügung steht. "Ohnehin ist die Personalsituation schwierig. Wir werden mit einigen Spielern aus der zweiten Mannschaft antreten müssen, da viele Stammkräfte aus der Ersten privat verhindert sind", schildert Koßmann das Handicap.