Magdeburg/Güsen (bjr) l Vielleicht bedurfte es dieser Handvoll Stunden Schlaf und eines guten Sonntagsfrühstücks, damit aus zwei verlorenen ein gewonnener Punkt wurde. Bei Hartmut Kober, Trainer des SV Germania Güsen, hatte sich die sonnabendliche Enttäuschung über das 1:1 (0:0)-Unentschieden beim SSV Besiegdas Magdeburg gestern jedenfalls schon wieder in Wertschätzung über den ersten Saisonzähler in der Fußball-Landesklasse II umgewandelt. "Na klar, nach dem Abpfiff saßen alle geknickt auf dem Platz. Aber ein 1:1 gegen den Tabellenfünften der Vorsaison ist kein Beinbruch."

Tragisch mutete allerdings das Zustandekommen des Remis an. Bis zur 87. Minute hatte der Aufsteiger auf dem Kunstrasenplatz am Gübser Weg gute Aussichten auf den ersten Sieg. Nach einem langen Einwurf der Gastgeber, die zu diesem Zeitpunkt längst die Grenze zur Verzweiflung überschritten hatten, köpfte der aufgerückte Besiegdas-Routinier Matthias Kahl kurz vor Ultimo allerdings doch noch zum Ausgleich ein. Die letzten Minuten bis zum Schlusspfiff liefen aus Güsener Sicht schließlich wie im Zeitraffer ab. Eine Chance, zurückzuschlagen, ergab sich nicht mehr.

Den ersten "Punch" hatte jedoch der Außenseiter gesetzt. Nachdem der SVG die erste Hälfte bestimmt und drei gute Chancen verzeichnet hatte, kannte der Jubel unter den mitgereisten Anhängern fünf Minuten nach dem Seitenwechsel keine Grenzen. Ebenfalls ein Einwurf erwies sich Ursprung des 1:0-Führungstreffers. Tobias Pohl legte für Josef Bonitz ab und mit einer krachenden Direktabnahme von der Strafraumgrenze ging die Germania mit 1:0 in Führung.

Allerdings zeichnete sich danach bereits ab, dass der Premierensieg wacklig war. Eric Kopp hätte aus der Nahdistanz für die Vorentscheidung sorgen können (56.), doch stattdessen setzten die Platzherren Kobers Elf gehörig unter Druck. "Mein Trainerkollege bei Besiegdas hatte offenbar in der ersten Hälfte gemerkt, dass wir von hinten heraus unser Spiel aufziehen. Also hat er seiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit Pressing verordnet, die Magdeburger sind hart in die Zweikämpfe gegangen und das hat uns nicht ins Spiel finden lassen", analysierte der Gästetrainer.

Tatsächlich spieen die Landeshauptstädter nach dem Rückstand buchstäblich Gift und Galle, störten den Güsener Aufbau bereits auf Höhe des Strafraums mit zwei Angreifern, doch scheiterten zunächst am eigenen Unvermögen. Als Warnschuss durfte Ronny Lux` Kopfball (76.) dennoch gelten, schließlich traf Kahl zehn Minuten später mitten ins Güsener Herz.

SSV Besiegdas Magdeburg: Constabel - Hummelt, Kahl, Schliemann, Wernecke, Zappe, Henschel (58. Lux), Schleusner, Müller, Mähnert, Meisner

SV Germania Güsen: Meier - Lamprecht, Schüßler, Henning, Buchheim (88. M. Golz), Pohl, Linnecke, Elsner, Vormeister (85. Huth), E. Kopp, Bonitz

Tore: 0:1 Josef Bonitz (50.), 1:1 Matthias Kahl (87.); SR: Johannes Socha (Stendal), Heinz Schwarzlose, Björn Kleinschmidt; ZS: 37