Der Eschweger TSV ist am Sonnabend beim 12. "Detlef-Heine-Gedenkturnier" als verdienter Sieger vom Feld der Biederitzer Ehlehalle gegangen. Die gastgebenden Handballer des SV Eiche 05 landeten auf den Plätzen drei und vier. Die SG Fortschritt Burg wurde Sechster.

Biederitz (ihe/bjr) l Wie in den Jahren zuvor auch gelang gleich zum Turnierauftakt der Biederitzer Reserve (2. Nordliga) mit dem 11:7-Sieg im vereinsinternen Duell die erste Überraschung. Trainer Uwe Werkmeister probierte dabei sehr viel und legte recht wenig Wert auf das eigentliche Resultat. Das kam im weiteren Verlauf auch dem Burger Nordligisten zugute, der sich mit 12:11 gegen die Verbandsliga-Sieben der Gastgeber durchsetzte.

Werkmeister, der zudem am Sonnabend selbst für die zweite Mannschaft auf der Platte stand, wurde es dann aber irgendwann doch zu bunt. Nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel waren aus der Gastgeberkabine deutliche Worte zu vernehmen. "Man musste an den ein oder anderen appellieren, warum wir eigentlich hier waren. Worauf es mir ankam, war, dass wir mit unseren eigenen Mitteln und einigen einfachen Grundlagen eine gute Leistung bieten. Bis dahin hatten wir uns zu große Lücken in der Deckung und zu viele vermeidbare Fehler im Angriff erlaubt. Die nötige Ruhe ist uns völlig abgegangen", schätzte der Coach ein.

Die deutliche, aber konstruktive Ansprache schien zu fruchten. Gegen die SG OSF Berlin (Verbandsliga) boten Karsten Wolff und Co. schließlich beim 10:7 ihre beste Turnierleistung, ehe gegen Eschwege (Bezirksoberliga Hessen) mit dem umgekehrten Resultat verloren wurde. Nach dem abschließenden 11:10-Erfolg gegen den Ligarivalen FSV 1895 Magdeburg stand in der Endabrechnung zumindest Rang vier zu Buche.

Die Biederitzer Reserve spielte auch nach ihrem Auftakterfolg weiter stark auf. Zwar wurde gegen die Berliner knapp mit 13:14 verloren, doch im dritten Spiel, beim 10:7 gegen den FSV Magdeburg, war besonders der kämpferische Aspekt in einer äußerst emotional geführten Partie das große Plus. Auch das folgende Derby gegen die Fortschritt-Handballer aus Burg, die in Rene Teßmann mit 18 Toren den besten Turnierschützen stellten, ging nach Startschwierigkeiten verdientermaßen an die Biederitzer. "Trotz des schmalen Kaders kann man mit der Turnierleistung zufrieden sein", resümierte Eiche-Coach Ingo Heitmann, der das Turnier als spielerische Trainingseinheit verstanden wissen wollte. Angesprochen darauf, dass sein Team mit Platz drei ein mehr als achtbares Resultat ablieferte, sagte Heitmann: "Die Platzierung ist schmückendes Beiwerk."

Im "Endspiel" entscheidet die breitere Bank

Der spätere Turniersieger aus Eschwege begann mit zwei 10:10-Unentschieden (gegen Berlin und den FSV Magdeburg), ehe ihn die beiden Siege gegen Burg (14:11) und Biederitz vor dem abschließenden Duell gegen die Biederitzer Reserve ebenfalls auf 6:2-Punkte brachten. So war das genannte Duell praktisch auch das Endspiel um den Turniersieg, welches die Hessen schließlich gegen die wacker kämpfende SVE-Reserve, die kaum Wechselmöglichkeiten besaß, mit 12:9 entscheiden konnten. So war es den Berlinern im letzten Spiel vorbehalten, mit der torreichsten Partie (17:14) gegen die Burger in der Endabrechnung auf Platz zwei zu springen. Auch wenn es für die SG Fortschritt nur zum sechsten und damit letzten Rang reichte, zog Coach Hendrik Kurth ein versöhnliches Fazit: "Jedes Spiel gegen jeden Gegner bringt uns einen Schritt voran. Im Vordergrund steht nach der Sommerpause, dass wir wieder zu einem gemeinsamen Zusammenspiel finden. Von daher lässt sich auf die gezeigte Leistung aufbauen. Da sind Ergebnisse und Platzierungen auch am Ende eher unwesentlich."

Abschließend blieb festzuhalten, dass mit Eschwege und Berlin die beiden Teams die Plätze eins und zwei erklommen haben, welche sowohl vom spielerischen als auch läuferischen Aspekt am meisten investiert haben. Apropos Mühen: Diese hatten sich auch aus Sicht des Gastgebervereins gelohnt, wie der Biederitzer Abteilungsleiter Michael Thielicke feststellen konnte. Er sagte unter großem Beifall bei der abschließenden Siegerehrung: "Ich bedanke mich ausdrücklich bei allen Helfern rund um dieses Turnier. Ein riesengroßes Dankeschön geht an das Schiedsrichtergespann Klaus-Dieter Wolff und Dirk Lugoboni, die alle 15 Begegnungen geleitet haben."

 

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