Die Vorbereitung auf die höchste Spielklasse Sachsen-Anhalts verlief beim SV Eintracht Gommern nicht unbedingt optimal, dennoch ist die Stimmung bei den Handballern positiv. Am Sonntag, 16 Uhr, steht nun der erste Prüfstein mit dem Auswärtsspiel beim Landsberger HV auf dem Programm.

Gommern l Kevin Bomke, Dennis Einwiller, Philipp Eckhardt und Sven Herrmann - das zwischenzeitliche Lazarett der Eintracht ließ Trainer Dirk Heinrichs nicht gerade in Jubelarien ausbrechen. "Durch die Verletzten haben wir eigentlich nie so trainieren können, wie ich mir das vorgestellt habe", fasst der Coach, der in Gommern seine zweite Amtszeit startet, zusammen. Zwar ist die Krankenstation mittlerweile wieder leer, aber der SVE nach Einschätzung Heinrichs dennoch ein wenig im Trainingsrückstand: "Ich hätte nichts gegen drei Wochen mehr für die Vorbereitung und drei weitere Testspiele einzuwenden", erklärte Heinrichs am vergangenen Wochenende während der Partie gegen den Mitteldeutschen Oberligisten HC Aschersleben. Die Sieben präsentierte sich aber gerade in dieser Begegnung nach einer gewissen Anfangsnervosität von ihrer starken Seite. So erspielten die Ehlestädter in der zweiten Halbzeit ein starkes 16:16-Remis, auf das der Trainer doch sichtlich stolz war.

Auch beim Test gegen den Viertligisten HF Helmstedt-Büddenstedt verlor die Gommeraner Sieben zwar mit 25:32, präsentierte sich aber, genau wie zwei Tage später gegen Aschersleben, im zweiten Spielabschnitt deutlich stärker.

Mit der pünktlich zum Saisonstart erfolgten Rückkehr des Neuzugangs Sven Herrmann ins Mannschaftstraining sind alle Spieler der Eintracht wieder fit, auch wenn gerade der Kreisspieler noch etwas Zeit benötigt, bis er nach seiner Knöchelverletzung wieder bei 100 Prozent ist. Auch Philipp Eckhardt laboriert noch etwas an seiner Knieverletzung, ist am Wochenende dennoch einsatzfähig. So konnte Heinrichs im Training endlich mal in die Vollen gehen und "diese Woche noch einmal einiges erarbeiten", wie er selbst sagt.

Zum Saisonauftakt am Sonntag gegen den Sechstplatzierten aus der Vorsaison wird aber vor allem die Nervosität oder besser die gar nicht erst aufkommende Aufregung entscheidend sein. Denn das war bei den Testspielen sehr gut sichtbar ein Problem der umformierten Sieben aus der Ehlestadt: "Gerade gegen Aschersleben haben die Jungs die Angriffe lange ausgespielt und auf die perfekte Lücke gewartet. Wir müssen versuchen unser Spiel zu machen, die Laufwege sind so weit verinnerlicht. Jetzt gilt es, mit der richtigen Einstellung ins Spiel zu gehen, also nicht zu überdreht, nervös oder passiv aufzutreten."

Der Gegner ist hingegen nur sehr schwer einzuschätzen, da auch der Landsberger HV, ähnlich wie Gommern, seine Mannschaft nach einigen Ab- und Zugängen umformieren musste. Insgesamt neun Spieler kamen neu zum LHV oder mussten aus der Reserve integriert werden. "Sie haben sich nach den Abgängen stark verstärkt und es ist schwer zu sagen, wer jetzt die besten Spieler sind, auf die wir unbedingt achten müssen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir uns auf uns konzentrieren", fasste Heinrichs zusammen.

Zumal die Sieben aus dem Saalekreis nicht gerade die besten Erinnerungen an einen Aufsteiger hat. So verlor das Team von Trainer Harry Renner vorige Saison zum Auftakt gegen den damaligen Liganeuling von Germania Borne. Auch wenn die Landsberger diesen Fehler sicher nicht noch einmal begehen wollen, besonders vor heimischen Publikum, will Gommern gleich zu Beginn zeigen, dass auch in der Sachsen-Anhalt-Liga mit ihnen zu rechnen ist. So blickt Eintracht-Coach Heinrichs dem Ziel Klassenerhalt trotz der nicht ganz optimal verlaufenen Vorbereitung positiv entgegen.