Die Zuschauer am Alten Kanal bekamen am Sonnabend ein umkämpftes Landesklasse-Derby geboten, welches die SG Blau-Weiß Niegripp in der Schlussphase mit 3:2 (0:1) für sich entschied und damit den ersten Heimsieg der Saison verbuchte.

Niegripp l Doch nicht nur die Spieler der beiden Mannschaften standen am Wochenende im Fokus, auch der Unparteiische Heinz Schwarzlose (Rogätz) machte sich vor allem beim SV Eintracht Gommern mit einigen Entscheidungen unbeliebt.

Dabei erlebten die Gäste einen Start nach Maß. In der 26. Minute traf Justin Schaffrath für die Eintracht zur verdienten 1:0-Führung. Die Gäste bestimmten das Spiel nach Belieben. Vor allem Tom Sinderman sorgte über die linke Seite für Gefahr im Niegripper Strafraum. Doch die Gastgeber hatten bis zur Pause Glück im Unglück. Insgesamt drei Tore bekamen die Ehlestädter wegen vermeintlicher Abseitsstellungen im gesamten Spiel aberkannt. "Ich gebe zu, einige Abseitsentscheidungen waren korrekt und dass mal ein Tor im Spiel nicht anerkannt wird, ist auch normal. Aber wenn unsere Stürmer dann schon aus dem Mittelfeld heraus in die Bälle laufen, verstehe ich die Entscheidungen des Unparteiischen nicht mehr", haderte Eintracht-Trainer Mario Storm über die zu knappe Führung seiner Elf. Doch auch die SG war nicht immer mit den Pfiffen des Rogätzer Schiedsrichters zufrieden. So stieg der Blutdruck beider Mannschaften mit zunehmender Spieldauer deutlich.

Auch in der zweiten Hälfte änderte sich nichts am Bild - Gommern bestimmte das Spiel. Nur selten gelang den Gastgebern ein Angriff. Immer öfter rieb sich die Storm-Elf jedoch an den Entscheidungen des Schiedsrichters auf. Die beginnende Aufregung der Gäste nutzte Bill Jentzsch, der sich mit dem 1:1-Ausgleich für einen verunglückten Rückpass der Eintracht-Defensive zu Sebastian Woche bedankte, aus (64.). Der mittlerweile eingewechselte Marius Jieanu erzielte in der 70. Minute das 1:2 für Gommern, welches jedoch erneut nicht anerkannt wurde. Der Unglaube kannte bei den Gästen nun keine Grenzen mehr.

Keine zehn Minuten nach dem Ausgleich war es Paul Sandmann, der sich im Eins-gegen-Eins den Ball erst selbst per Kopf vorlegte, dann Woche am Rand der rechten Strafraumgrenze aussteigen ließ und anschließend den Ball in das linke obere Eck zimmerte (73.). "Wir haben hinten nach dem Ausgleich komplett die Zuordnung verloren", resümierte Storm. Direkt im Anschluss hatte Sandmann das 3:1 auf dem Fuß, diesmal war der Gomemraner Schlussmann jedoch vor dem Stürmer am Ball. In der Folge wurde das Spiel jetzt hektischer. So gerieten Jentzsch und David Namshaa aneinander, nachdem sich der Niegripper vom Eintracht-Torhüter vorsätzlich angesprungen fühlte. Namshaa versuchte den Zehner der Niegripper zu beruhigen, dabei entbrannte eine kleine Rangelei, die die beiden Streithähne nach dem Spiel wieder aufleben ließen.

Die Eintracht-Elf griff in wütenden Vorstößen immer wieder an. In der 80. Minute setzte sich Tom Sindermann erneut auf der linken Seite durch und erzielte den 2:2-Ausgleich. Doch die Partie war noch nicht entschieden. Fünf Minuten vor dem Ende war es Christoph Ackmann, der den 3:2-Siegtreffer für die Gastgeber erzielte.

"Das war ein hart umkämpfter Sieg", gab Niegripps Trainer nach dem Spiel erleichtert zu Protokoll, "aber das macht ein Derby ja auch aus", so Greisner weiter. Während die SG also feierte, haderten die Gäste noch lange mit dem Ergebnis. "Es ist das zweite Mal in dieser Saison, dass wir um den Lohn unserer Arbeit gebracht werden", so ein wütender Eintracht-Trainer. "Es ist eine Katastrophe, dabei waren wir so gut drauf. Aber letzten Endes haben wir das Spiel in der Defensive verloren."

Joachim Greisner hatte dagegen viel Lob für seine Mannschaft übrig, die aufgrund der zahlreichen Ausfälle stark verändert auflief. "Spielerisch haben wir heute nicht das gezeigt, was uns in der vorigen Saison ausgemacht hat. Die Mannschaft ist noch nicht eingespielt. Dafür verdient sie umso mehr Lob für diesen Sieg."

In der Tabelle klettert Niegripp damit auf den fünften Rang. Die Eintracht hat hingegen in der kommenden Woche die Gelegenheit, sich von Platz neun wieder nach oben zu schieben.

SG Blau-Weiß Niegripp: Rimpl - Komin, Zeuch, Schönfeld, Sievert (46. Jentzsch), Schlüter, Nabel, Schalla (46. Briest), Mlynek, Ackmann, Sandmann (90. Cimili)

SV Eintracht Gommern: Woche - Hildebrand, Balogh, Namshaa, Christel, Sindermann, Schaffrath, Schulze, Steinke (65. Jieanu), Simon, Herzog (88. Wacker)

Tore: 0:1 Justin Schaffrath (26.), 1:1 Bill Jentzsch (64.), 2:1 Paul Sandmann (73.), 2:2 Tom Sindermann (80.), 3:2 Christoph Ackmann (86.); SR: Heinz Schwarzlose (Rogätz), Danny Dmytriw, Burkhardt Pastwa; ZS: 63

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