Burg/Heyrothsberge (bjr) l Der Wagemut war beim 2:1 (2:0)-Derbysieg des Burger BC 08 über den SV Union Heyrothsberge ein Faktor. Dass er am Ende spielentscheidend war, hatte auch Thomas Sauer nicht erwartet: "Wir wollten offensiv wieder mehr als in den zurückliegenden beiden Spielen investieren. Im Vorfeld war uns klar: Wenn Heyrothsberge verwundbar ist, dann in der Abwehr", schilderte der BBC-Coach die Ausgangslage vor dem "JL"-Derby.

Steven Peseke und Alexander Dlusinski als Doppelspitze, Kevin Schulz und Tim Kolzenburg, die ihre Rollen auf den Außenbahnen traditionell offensiv interpretieren, und die Variante "Doppel-Sechs", wobei Martin Krüger neben Franz Zimmer den offensiveren Part im zentralen Mittelfeld übernahm - im stürmisch ausgerichteten 4-4-2-System hatte man die Ihlestädter in dieser Saison noch nicht gesehen. Am Ende durfte sich aber auch Sauer bestätigt gefühlt haben, da beide Burger Treffer auf das Konto der zwei Stürmer gingen.

Die Gegenseite musste hingegen anerkennen, dass sie zu Beginn klassisch überrannt wurde, auch wenn das erste Heyrothsberger Gegentor eher unglücklich zustande kam. "Wir waren zu sehr damit beschäftigt, unser Spiel zu ordnen", schätzte Union-Trainer Torsten Völckel ein. Erschwerend kam hinzu, dass auch die Gäste in veränderter Aufstellung auftraten - gezwungenermaßen. Das Fehlen von Nico Vaz in der Abwehrreihe war offensichtlich. Bezeichnenderweise überzeugte mit Rechtsaußen Mathias Müller ein Spieler am meisten, von dem man es am wenigsten erwartet hatte. Der Debütant, im Sommer von der SG Gnadau gekommen, schien im Gegensatz zu seinen Nebenleuten ohne Respekt vor dem Staffelfavoriten nach Burg gereist zu sein. Völckel: "Genau das haben wir in der Pause auch angesprochen - Zweikämpfe suchen, sich nicht alles gefallen lassen." Als sich die Unioner in der zweiten Hälfte an die Umsetzung machten, war offensichtlich, dass die aggressivere Gangart dem BBC 08 nicht behagte. Der Anschlusstreffer durch Stefan Groth fiel dennoch zu spät.