Gommern (bjr) l Wieviel das 20:20-Remis zum Auftakt der Sachsen-Anhalt-Liga-Saison wert ist, lässt sich für den SV Eintracht Gommern noch nicht abschätzen. SVE-Trainer Dirk Heinrichs hat jedoch bereits einen positiven Effekt für seine Handballer ausmachen können: "Das Spiel hat uns geholfen, ein wenig die Zurückhaltung in der neuen Liga abzulegen." Im heutigen Heimauftakt um 17 Uhr gegen den Dessau-Roßlauer HV II benötigt seine Sieben eine ganze Menge Konzentration, Glück und Unterstützung durch das Publikum. Was sie aber gewiss nicht braucht: allzu großen Res- pekt vor dem Gegner.

Die Aufgabe im ersten Heimspiel sei laut Trainer gleich in zweifacher Hinsicht "eine undankbare". Zum einen hat die Reserve des Drittligsten im Sommer personell aufgerüstet. Auch wenn DRHV II-Coach Steffen Tiede vor der Saison die Devise Klassenerhalt ausgerufen hat, trauen viele seinem Team eine vordere Platzierung zu. Erschwerend kommt für die Gommeraner jedoch hinzu, dass am 2. Spieltag einer der großen Verlierer der Saisoneröffnung in der Sporthalle am Europagymnasium vorstellig wird. Heinrichs erwartet jedenfalls einen Gegner, der nach der 24:27-Auftaktniederlage im prestigeträchtigen Stadtderby gegen die SG Kühnau "auf Wiedergutmachung aus" sei.

Seine Mannschaft muss dagegen in heimischer Halle kaum um den Zuspruch seiner Fans kämpfen. Außer unter den eigenen Anhängern hat der Punktgewinn aus der Vorwoche in der gesamten Spielklasse anerkennende Worte gefunden. Vom "Überraschungsteam aus Gommern" war etwa in einigen Quellen bereits die Rede. Bevor jedoch die Bäume beim Aufsteiger in den Himmel wachsen, mahnt der Trainer lieber zur bedingungslosen Wachheit in der Heimpremiere. Dass auch die Dessauer Reserve einen ähnlichen Offensiv-Fehlstart der Eintracht verzeiht wie der Landsberger HV, gilt als unwahrscheinlich. Anknüpfen sollten die Ehlestädter in jedem Fall an die starke Abwehrleistung aus der zweiten Hälfte gegen den LHV.

So zeigte der DRHV II im Derby vor allem Nerven, nachdem sich die Kühnauer Deckung zusehends steigerte. Die Angriffe in der zweiten Hälfte wirkten fast schon planlos, etliche vermeidbare Zeitstrafen taten ihr Übriges. Ansatzpunkte, um den Gegner zu knacken, dürfte daher auch Heinrichs im Vorfeld ausgemacht haben. Allerdings wisse man auch bei der Eintracht vor Spiel zwei nach dem Aufstieg in die Eliteklasse des Landes "noch nicht recht, wo wir stehen".

Bis auf Stephan Linder, der aller Voraussicht nach verletzt ausfällt, kann der Coach personell nahezu aus dem Vollen schöpfen. Zwar fehlten Dennis Einwiller, David Koch und Philipp Eckhart arbeitsbedingt beim Training unter der Woche, ihr heutiges Mitwirken gilt aber als wahrscheinlich.

Mit dem heutigen Heimspiel um 17 Uhr haben Eintracht-Fans die Möglichkeit, Dauerkarten für die Spielzeit 2014/2015 zu erwerben. Die Saisontickets kosten 35 Euro und beinhalten alle 13 Heimspiele in der Sachsen-Anhalt-Liga.