Erstes Heimspiel, erster Sieg: Der SV Eintracht Gommern hat mit dem 28:22 (11:12)-Heimsieg vom Sonnabend über den Dessau-Roßlauer HV II das nächste Ausrufezeichen in der Sachsen-Anhalt-Liga gesetzt. Das momentane Erfolgsrezept der Ehle-Handballer: eine variable Deckung und die Kunst, auch in kritischen Phasen ruhig und besonnen zu spielen.

Gommern l Neben wichtigen Paraden im Spiel wird Robin Salm am Sonnabend sicher auch dazu beigetragen haben, dass nach 60 kräftezehrenden Minuten der Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt seiner Mitspieler wieder in Ordnung kam. Einen 30. oder gar 40. Eintracht-Treffer samt Torschützen gab es im ersten Heimspiel nach dem Aufstieg dann nämlich doch nicht. Und so lastete zumindest aus Sicht der Versorgung mit "Sportlerbrause" eine Menge Pflichtschuld auf dem Geburtstagskind Robin Salm. Im Spiel hingegen verteilte sich die Arbeitslast gerecht auf viele Gommeraner Schultern. Und das war auch gut so, denn die Trumpfkarte der Eintracht ist derzeit ganz klar die ausgeglichene Besetzung: "Egal wer auf der Platte steht oder von der Bank hereinkommt - man kann sich absolut darauf verlassen, dass er seine Leistung bringt", lobte SVE-Coach Dirk Heinrichs nach dem ersten Saisonsieg im zweiten Spiel.

So stellte die Eintracht kurz nach Wiederbeginn die Weichen auf Sieg. Schnell hatten die Hallenherren zum 14:14 ausgeglichen. Auch als Gommern wieder mit 15:17 ins Hintertreffen geriet, kam keine Hektik auf. Mit Alexander Schäde auf Rückraum-Mitte und den Außen Stephan Lindner und Kevin Bomke kam merklich neuer Wind von der Ersatzbank. Heinrichs hatte inzwischen wie bereits beim Saisonauftakt in Landsberg auf eine 4-2-Abwehr umgestellt. Erneut sollte sich die Maßnahme am Ende als gewinnbringend erweisen. "Der DRHV II hat sich an unserer Deckung die Zähne ausgebissen", stellte der Coach hörbar zufrieden fest. Der Treffer zum 25:22 blieb der letzte der Gäste, bis zum Schlusspfiff legte die Eintracht noch zum 28:22 nach.

Dass der Sieg derart deutlich ausfallen würde, war im ersten Abschnitt noch nicht zu vermuten. Dieser verlief zunächst recht ausgeglichen. Bis zum 7:7 hatte Gommern stets zur Führung vorgelegt, Dessau-Roßlau II zog mit dem Ausgleich nach. Am Spiel der Gastgeber gab es wenig auszusetzen. Die Deckung stand stabil, die Fehlerquote im Angriff blieb in einem überschaubaren Rahmen. "Das einzige, was ein bisschen gefehlt hat, war das Tempo. Da haben wir uns vielleicht etwas zu sehr dem Gegner angepasst, der sich viel Zeit genommen hat", schätzte Heinrichs ein. Während einer Gommeraner Unterzahl eroberten die Gäste dann allerdings nach knapp 25 Minuten einen Vorsprung und verteidigten ihn bis zur Halbzeitsirene.

Da hatte der Eintracht-Trainer allerdings bereits ein gutes Gefühl verspürt. Wie übrigens auch schon vor dem Anwurf der Partie. "In der Kabine haben wir uns gesagt, dass wir uns nicht zu verstecken brauchen. Im vergangenen Jahr haben wir die Verbandsliga dominiert, zur Eröffnung einen Punkt aus Landsberg mitgenommen", blickte der Trainer zurück. Für ein paar zusätzliche herausgekitzelte Prozentpunkte mag übrigens auch sein Gegenüber Steffen Tiede mit einigen Aussagen vor dem Spiel gesorgt haben. "Wenn ein Gegner, der auch über Spieler mit Drittligaqualität verfügt, sagt, dass mit dem eigenen Potenzial ein Punktgewinn möglich ist, klingt das etwas hochnäsig."

Am Ende triumphierte jedoch die Eintracht-Sieben und scheint mit drei Zählern aus zwei Spielen bereits mit beiden Beinen in der Liga angekommen zu sein. "Anders als in der Vorsaison stehen wir vor den Spielen nicht mehr derart unter Druck, gewinnen zu müssen. Das liegt uns offenbar ganz gut." Der gelungene Saisonstart dürfte sich also tatsächlich auch ein wenig darin begründen, dass nun vor allem die Gommeraner Gegner mit einiger Last auf den Schultern in die Duelle gehen.

Eintracht Gommern: Hartung, Salm - Eckhardt (1), Schmidt (2), Herrmann (4), Bomke (1), Lindner (1), Kaffenberger (8), Schröder, D. Einwiller (3), Böttcher (1), Kaese (6/4), Schäde (2)