Licht, Kamera - Derby, die dritte: Im letzten Duell der Hinrunde zweier Lokalrivalen stehen sich morgen um 15 Uhr die SG Blau-Weiß Niegripp (7.) und der SV Germania Güsen (13.) gegenüber. Entgegen der Tabellensituation geht der Aufsteiger die Aufgabe gelassen an, reisen die Gäste doch mit viel Selbstvertrauen an den Alten Kanal.

Güsen/Gommern/Niegripp (bjr/vwo) l Nach dem deutlichen 5:0-Erfolg der Vorwoche beim SV Eintracht Gommern atmeten Güsenern entsprechend auf. Die Gommeraner sind derweil fast schon in der Pflicht, Zählbares zu holen - keine leichte Aufgabe beim persönlichen "Angstgegner" TSV Kleinmühlingen/Zens.

Blau-Weiß Niegripp (7.) -

Germania Güsen (13.)

Ihren Worten, niemanden in der Liga zu fürchten, ließen die Güsener mit dem 5:0-Erfolg in Gommern beachtliche Taten folgen. Eine Kampfansage an den nächsten Derbygegner gibt es allerdings diesmal nicht. "Wir werden den Ball flach halten. Natürlich war der Erfolg in der Vorwoche sehr schön", bekennt SVG-Coach Hartmut Kober, schränkt aber zugleich ein: "Auch das Spiel in Niegripp fängt mit einem 0:0 an."

Wenn schon nicht mit einem Vorsprung, dann gehen die Gäste immerhin mit einem kleinen Vorteil in die Partie - dem psychologischen. Die 1:4-Pleite in Magdeburg-Olvenstedt hat die SG Blau-Weiß durchaus ernüchtert. Aus der Bahn werfen lassen will sich die Elf von Trainer Joachim Greisner allerdings nicht. Schließlich gibt es gegen den SV Germania auch noch etwas, das die Niegripper gern gerade rücken möchten: In der Vorsaison war bei der 1:3-Viertelfinalniederlage gegen den SVG Schluss im Kreispokal. Grund genug für Greisner, die Erinnerung noch einmal zu bemühen: "Güsen spielt kompakt, ist nah dran am Gegenspieler. Ich denke, das hat auch den Gommeranern nicht behagt. Für uns bedeutet das, dass wir von Beginn an dagegenhalten müssen."

Dem Derbygegner der Vorwoche hat insbesondere ein Mann nicht behagt: Dreifach-Torschütze Josef Bonitz. In ihm sieht auch der Niegripper Coach eine Schlüsselfigur: "Natürlich müssen wir ihn an die kurze Leine nehmen. Was passiert, wenn man einem technisch starken Stürmer wie ihm zu viel Platz bietet, hat man nun gesehen." Respektvoll zeigt sich aber auch die Gegenseite mit Blick auf den Kader der Blau-Weißen. "Die Neuzugänge, die im Sommer aus Richtung Burg kamen, sind absolute Verstärkungen", lobt Kober, dem vor allem Matthias Lindenblatt aus vergangenen Tagen noch vertraut ist.

Die Chancen, dass der Mittelfeldmotor morgen zu seinem dritten Saisoneinsatz kommt, stehen übrigens gut. Zuletzt arbeitsbedingt verhindert, ist "Linde" ebenso wie Bastian Schlüter an Deck. Mit gestrigem Stand kann Greisner auf ein 13-köpfiges Aufgebot zurückgreifen, das im Notfall durch Akteure aus der zweiten Mannschaft ergänzt wird. In jedem Fall gestaltet sich die Personalsituation entspannter als noch in Olvenstedt. Auch die Gäste können bis auf den verletzten Eric Kopp aus der vollen Kaderbreite schöpfen.

TSV Kleinmühlingen/Z. (4.) -

Eintracht Gommern (12.)

Niemand Geringeres als der Staffelfavorit begegnet der Eintracht morgen auf ihrer Wiedergutmachungstour für die 0:5-Pleite gegen Güsen. Der TSV, der im Gegensatz zur Ligaspitze noch ein zusätzliches Spiel zu absolvieren hat, befindet sich in Lauerstellung auf Rang vier, ist derzeit noch ohne Niederlage und hat im Sommer personell aufgerüstet.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Grün-Weißen der personifizierte Gommeraner "Angstgegner" sind. Alle sechs Spiele der vergangenen drei Jahre gingen an die Elf von Trainer Mario Katte, dessen Aufgebot sich morgen allerdings um stolze acht Spieler reduziert. Demgegenüber stehen mit den verletzten Tilmann Roos, Tobias Bea und Daniel Gropius drei definitive Ausfälle bei den Gästen. Allerdings steht auch hinter der derzeitigen "Lebensversicherung" der Ehlestädter, dem besten Torschützen Justin Schaffrath (sieben Treffer) ein Fragezeichen. Aufgrund einer Fußprellung konnte der Goalgetter unter der Woche nicht am Training teilnehmen und wird - wenn überhaupt - gehandicapt ins Spiel gehen. Ob mit oder ohne Schaffrath: Außer Frage steht, dass sich die Elf von Coach Mario Storm im Vergleich zur Vorwoche gewaltig steigern muss.