Knapp fünf Monate liegen aus Sicht des DJK TTV Biederitz zwischen dem letzten Regionalliga-Spieltag und dem heutigen Oberliga-Duell beim Post SV Zeulenroda. Wenn die Tischtenniscracks von der Ehle um 16 Uhr sowie morgen ab 11 Uhr im Heimspiel gegen Schott Jena II in die neue Saison starten, geht das neuformierte Team mit großer Zuversicht an die Tische.

Biederitz l Istanbul, 21 Grad, leichte Bewölkung. Am Hafen der türkischen Metropole herrscht hektisches Treiben. Inmitten des Stimmengewirrs spricht auch Marcus Schmidt in sein Handy. "Geschäftsreise. Leider unvermeidlich", klärt der Biederitzer Teamkapitän auf. Viel Zeit zum Plaudern besteht nicht. Nur ein paar schnelle Worte zwischen Schiffsanleger und Gangway, dann geht es auch schon an Bord.

Die Vorschau auf die neue Oberliga-Saison gestaltete sich gestern mit einigen Einschränkungen. Dabei soll die erste Spielzeit der Biederitzer nach dem Abstieg aus der Regionalliga genau gegenteilig verlaufen - ohne erschwerte Bedingungen. Dazu hat die Mannschaft auch ihr Gesicht verändert. Mit Jacek Wandachowicz und Diego Rodirguez Egocheaga verließen zwei Spieler den DJK-Sechser. Dafür stießen mit Mathias Dietrich und Michél Görner zwei deutsche Akteure hinzu. Tomasz Marciniak wird zudem den Platz von Radoslaw Kulczycki im mittleren Paarkreuz einnehmen. Zu guter Letzt stehen mit Julian Franz und Klaidas Baranauskas zwei Eigengewächse aus dem DJK-Nachwuchs auf Abruf bereit.

"Wir werden in dieser Saison eigentlich immer in unserer neuen Stammformation spielen", verspricht Schmidt. Dass ausgerechnet er selbst in den beiden Eröffnungsduellen heute in Zeulenroda (16 Uhr) und morgen im Heimspiel gegen Schott Jena II (11 Uhr) fehlt? "Einmal ist keinmal", sagt der Kapitän und kann ein schelmisches Lachen nicht unterdrücken. Für ihn rückt am Wochenende Marcin Jurkiewicz aus der Verbandsliga-Mannschaft auf. Die Rolle als Ersatzspielführer nimmt Neuzugang Görner ein.

Die angestrebte Konstanz in der Aufstellung könnte sich als Trumpfkarte gegenüber heißgehandelten Staffelfavoriten wie dem HSV Medizin Magdeburg erweisen. "Ich erwarte keine Überflieger in der Oberliga Mitte. Einerseits, weil die Staffel sehr ausgeglichen besetzt ist, andererseits weil andere Mannschaften viel rotieren müssen."

Apropos rotieren: Ein Thema, das die Tischtenniswelt zweifellos im Sommer beschäftigte, war die Ablösung des bisherigen Zelluloidballs durch eine Kunststoffkugel. So bleibt es den Vereinen bislang selbst überlassen, ob sie in den Punktspielen mit altbewährtem Material spielen oder auf die neuen Bälle setzen, denen aufgrund ihrer im Vergleich glatteren Oberfläche weniger Spin nachgesagt wird. Wie bei der Mehrzahl der Oberliga-Vereine setzt man jedoch auch in Biederitz weiterhin auf die Zelluloid-Variante. Derzeit soll einzig beim Aufsteiger aus Thüringen, dem 1. TTV Schwarzenberg, mit den neuen Bällen gespielt werden. "Ich sehe das eher als eine Art Psycho-Trick. Vielleicht hilft es ihnen ja weiter", stellt Schmidt lakonisch fest. Wenn es denn das einzige Mal in dieser Saison bleibt, dass der DJK TTV mit erschwerten Bedingungen zurechtkommen muss - es wäre sicher auch ihm recht.