Die 109 Zuschauer am "Alten Kanal" in Niegripp sahen ein rassiges Landesklasse-Derby zwischen der SG Blau-Weiß und dem SV Germania Güsen, aus welchem die Gastgeber am Sonnabend etwas glücklich gegen zehn Gäste mit 2:1 (1:1) als Sieger hervorgingen.

Niegripp l Im zweiten "JL"-Derby der Saison für beide Teams behielt der Gastgeber zwar die Oberhand, hätte sich aber nicht beschweren dürfen, die Punkte mit den Güsenern zu teilen. Die Gäste zeigten Moral, nachdem sie 65 Minuten lang in Unterzahl agieren mussten. Schiedsrichter Thomas Wissel aus Magdeburg sorgte für entsetzte Gesichter bei der Germania und besonders bei Andreas Henning, dem er nach 25 Minuten die rote Karte zeigte. Im Laufduell mit Paul Sandmann hatte Henning das Nachsehen und zupfte den Niegripper Stürmer am Trikot. Sandmann ging zu Boden, der Güsener Abwehrspieler musste als letzter Mann den Platzverweis hinnehmen. "Mit dieser Entscheidung kann ich noch ganz gut leben, doch vieles was danach kam, habe ich in 50 Jahren Fußball noch nie erlebt", machte Germania Trainer Hartmut Kober seinem Unmut über den Unparteiischen Luft. Dabei war das Spiel bis dato ein munteres Auf und Ab.

Die erste Chance gehörte den Gästen. Der Abschluss von Tobias Pohl war jedoch noch zu ungenau (3.). Fast im Gegenzug köpfte Routinier Danny Schalla nach einem Freistoß von Christian Schönfeld den Ball ins Güsener Tor (5.). Kaum zehn Minuten später war es Pohl, der nach einem Solo den mitgelaufenen Josef Bonitz bediente, der problemlos zum Ausgleich einschob. Die Gastgeber erspielten sich in der Folge ein kleines Übergewicht. "Wir haben es versäumt das zweite Tor zu machen, dürfen über den Ausgleich nicht meckern", so das Halbzeitfazit von Niegripp-Trainer Joachim Greisner.

Nach der Pause war erneut die SG am Drücker, erzielte in der 60. Minute auch die 2:1-Führung durch einen direkt verwandelten Freistoß von Kapitän Steven Zeuch. Nach dem Führungstreffer spielte jedoch nur noch ein Team - die Gäste. Die SG überließ es Marcus Rimpl im Tor, der für den mit Rückenschmerzen geplagten Chris Klein eingesprungen war, den Sieg festzuhalten. Erst kam Pohl einen Schritt zu spät gegen den SG-Keeper, dann hielt dieser mit einer Glanzparade im Eins-gegen-Eins mit Bonitz die drei Punkte für den Gastgeber fest. So war Greisner nach 90 Minuten froh, dass "wir gegen einen starken Gegner ein gutes Spiel gemacht und gewonnen haben." Die Ursache sah der SG-Coach in der gestiegenen Trainingsbeteiligung und der mannschaftlichen Geschlossenheit: "Heute hat sich das Training der letzten Wochen spielerisch ausgezahlt. Dass wir zwei Torhüter haben, die sich verstehen, ist für die Mannschaft und den Teamgeist ein Gewinn." Sein Gegenüber benötigte dagegen einen Moment, um sich nach dem Abpfiff zu sammeln. "Ein Unentschieden wäre mehr als gerecht gewesen. Wir waren mit zehn Mann torgefährlicher als Niegripp mit elf", so Kober, der seiner Mannschaft ein großes Kompliment machte: "Trotz 70 Minuten in Unterzahl hat die Einstellung gestimmt. Der Wille, noch ein Remis zu erreichen, war jederzeit spürbar und auch die Kondition war bis zuletzt hervorragend."

SG Blau-Weiß Neigripp: Rimpl - Zeuch, Schönfeld, B. Schlüter, Nabel, Jentzsch (84. Gerber), Lindenblatt, Schalla (63. Briest), Ackmann, Sandmann (90. Sievert), Pantenburg

SV Germania Güsen: Hirsch - Henning, T. Lamprecht, Schüßler, Huth (67. Schenk), Pohl, Vormeister, Bonitz, Buchheim, Linnecke, Ch. Kopp

Tore: 1:0 Danny Schalla (5.), 1:1 Josef Bonitz (14.), 2:1 Steven Zeuch (60.); SR: Thomas Wissel (Magdeburg), Fabian Grau, Memis Ozcan; ZS: 109