Magdeburg/Heyrothsberge (bjr) l Dass Maik Hoppe seine Nebenleute nach 65 Minuten daran erinnern musste, dass sie und der defensive Abräumer in Reihen des SV Union Heyrothsberge "noch leben", war ein schlechtes Zeichen. Dass es zu diesem Zeitpunkt im Auswärtsspiel der Fußball-Landesliga bereits 2:0 aus Sicht des SV Fortuna Magdeburg stand, ein noch schlechteres. Dass die Unioner am Sonnabend vor 64 Zuschauern am Schöppensteg ihre schwächste Saisonleistung zeigten und am Ende mit einer 0:3 (0:1)-Niederlage die Heimreise antreten mussten war die logische Folge aus allen geschilderten Umständen. "Wir wussten, was uns erwartet. Jeder von uns hatte seine Aufgabe. Aber wenn er sie nicht zu 100 Prozent erfüllt, geht ein Spiel eben so aus", fasste ein enttäuschter Coach Torsten Völckel zusammen.

Eingestellt hatten sich die Gäste vor allem auf einen bissigen Gastgeber, der mit aller Macht seinen Fehlstart mit vier Punkten aus sechs Spielen abwenden wollte. Diese Erwartungshaltung sollte sich bestätigen, doch "wir waren in den Zweikämpfen wieder einmal zu artig". Obendrein leistete der Aufsteiger unfreiwillige Aufbauhilfe, wie vor allem der Treffer zum zwischenzeitlichen 1:0 belegte: Beim Versuch eines konstruktiven Spielaufbaus unterlief den Unionern ein schlimmer Fehlpass, der sich sofort zum Bumerang entwickelte. Da Fortunas Nico Spieler gedankenschneller reagierte als die gesamte Gästeabwehr, landete der Versuch zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt kurz vor der Pause im Tor (43.). Zuvor hätte Mike Pinno die Gäste gegen ebenfalls hektisch agierende Platzherren in Führung bringen können, setzte jedoch einmal zu hoch an (15.) und schoss beim zweiten Versuch Andreas Heinrich im Tor der Gastgeber an (27.).

Die zweite Hälfte war noch keine Minute alt, als sich die Magdeburger erneut wacher präsentierten. Martin Liebold schaltete im Strafraum am schnellsten, brachte den Ball über die Linie und den SV Fortuna mit 2:0 in Führung (46.). Das nächste Lebenszeichen der Gäste erfolgte erst nach knapp einer Stunde, als ein Kopfball von Hoppe auf der Linie geklärt wurde (64.). Die Unioner rannten nun wütend an, hätten durch André Seipold verkürzen können, doch sein Versuch von halblinks strich am langen Eck vorbei (68.). Die größte Gelegenheit zum Anschluss bot sich Einwechsler Tom Raue, der freistehend am Ball vorbeisäbelte - symptomatisch, wie der Trainer befand: "Das Timing hat in der Offensive selten gepasst." So zeigte die Gegenseite zwei Minuten vor dem Ende wie es besser geht, als der ebenfalls als "Joker" ins Spiel gekommene Alexander Wichmann einen Magdeburger Konter zum 3:0 abschloss.

Nahm man den überzeugenden Auftritt beim 7:1-Heimsieg gegen Irxleben als Maßstab, zeigte der SV Union am Sonnabend sein anderes Gesicht. "Im Vergleich zur Vorwoche haben wir mindestens zwei Gänge heruntergeschaltet."

SV Fortuna Magdeburg: Heinrich - Kolodziej, Kreibe, Wöge, Erdmann (60. Schöneijan), P. "Mü" Müller, P. Müller, Schmidt, Bimenyimana, Liebold (80. Lindner), Spieler (74. Wichmann)

SV Union Heyrothsberge: Behrenwald - Schumburg, Vaz, Hoppe (71. Raugust), Spengler, Thormeier, Seipold, Müller, Völckel, Pinno (86. Zimmermann), Groth (71. Raue)

Tore: 1:0 Nico Spieler (43.), 2:0 Martin Liebold (46.), 3:0 Alexander Wichmann (88.); SR: Stephan Mattheis (Gardelegen), Tobias Petzke, Peter Helios; ZS: 64