Magdeburg/Güsen l Wie er das nun genau angestellt hatte, konnte sich Robert Klewe auch nicht erklären. Wohl aber war ihm nicht entgangen, dass der vergangene Sonnabend ein guter war - zumindest wenn man Kreisspieler beim Güsener HC ist. "Die sahen wohl nur kräftig aus", stellte Klewe nach der Schlusssirene mit Blick auf seine Gegenspieler vom FSV Magdeburg einigermaßen amüsiert fest und man wusste: Sie waren nicht kräftig genug um ihn an einem tadellosen Auftritt - gekrönt durch sieben Treffer - zu hindern. Ohnehin fiel die Gegenwehr der Landeshauptstädter beim 39:30 (18:13)-Auswärtssieg der Güsener überschaubar aus, denn die Gäste hatten den FSV durch große mannschaftliche Geschlossenheit zermürbt.

Davon war nach einer knappen Viertelstunde noch nicht auszugehen, bis zum 5:5 prägten hektische Aktionen auf beiden Seiten das Bild. Anschließend fand der GHC jedoch dank seiner beweglichen 6-0-Abwehr zu deutlich mehr Ruhe. Einfache Tore im Gegenstoß oder von der Siebenmeterlinie sorgten für einen 8:5-Zwischenspurt der Gäste, die FSV-Coach René Schaarschmidt zu einer Auszeit nötigten (16.). Die Maßnahme schlug jedoch fehl, Güsen ließ sich in seinem Lauf nicht bremsen - auch nicht, als die Gastgeber auf die erwartbare mannbezogene 4-2-Deckung umstellten. Wenn GHC-Coach Andy Mache zu dieser Zeit etwas zu bemängeln hatte, dann in der Defensive: "Ab der 20. Minute haben wir uns eine kleine Abwehrschwäche erlaubt." Zeitstrafen auf beiden Seiten sorgten dafür, dass sich am 18:13 (27.) aus Sicht der Gäste bis zur Halbzeitsirene nichts mehr änderte.

Nach Wiederbeginn sorgte zunächst eine doppelte Unterzahl dafür, dass sich der Güsener Vorsprung nicht vergrößerte (22:17; 38.). Anschließend zog der GHC jedoch dank großer Variabilität im Positionsangriff vorentscheidend zum 29:21 (45.) davon. Profiteur war neben Kreisspieler Klewe auch Linksaußen Dominic Schulz, der die Mehrzahl seiner sieben Treffer im zweiten Abschnitt erzielte. Als sich der FSV in der Schlussphase durch zwei Rote Karten binnen einer Minute dezimierte, ging es nur noch um die Höhe des Gästeerfolgs. Die zehn Treffer Differenz verfehlten die Güsener zwar am Ende knapp, doch Spielertrainer Mache war sichtlich zufrieden und wusste, wo die Ursachen für den Sieg zu suchen waren: "Wieder war es eine 100-prozentige Teamleistung. Ich glaube, wir können zu diesem Zeitpunkt der Saison endlich sagen, dass wir uns als Mannschaft gefunden haben."

Güsener HC: Bretschneider, Teske - K. Haßbargen (10), Schulz (7), E. Klewe (5), S. Prause, Seydack (1), Lepper, C. Haßbargen (9), R. Klewe (7), Heitzmann, Gerlach, Mache

Siebenmeter: FSV 5/3 - GHC 5/4; Zeitstrafen: FSV 10 - GHC 8; Rot: Philipp Brecht (54., 3x2 Minuten), Markus Splitt (55., 3x2 Minuten) -beide FSV